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Wie schneiden No-Name- und günstige LEDs im Vergleich zu Produkten von namhaften Herstellern ab? Wir haben getestet!

Wer hat es nicht schon einmal gemacht: im Möbelhaus oder Supermarkt-Diskonter beim Einkauf noch schnell ein paar günstige LEDs mitgenommen. Aber sind die vermeintlichen Schnäppchen wirklich das Gelbe vom Ei und können sie im Vergleich zu Premium-Herstellern bei der Performance mithalten?


Quelle: eigene Darstellung

Aufgrund von Covid-19 und Lieferverzögerungen hat es ein bisschen länger gedauert, aber jetzt ist es so weit: Der neue topprodukte-LED-Test ist da! Dieses Mal vergleichen wir günstige und sogenannte No-Name-Produkte mit jenen von namhaften sowie Premium-Herstellern. Wir haben uns in Baumärkten, Möbelhäusern, Supermärkten, Online-Shops und Elektronikgeschäften umgesehen und eine Auswahl an gängigen Produkten getestet.


Was wurde getestet?

Getestet wurden insgesamt zwölf Lampenmodelle der Marken Ikea, AmazonBasics, S-Budget, Hornbach, Philips, Osram, Müller-Licht, Eglo, Bellalux und Xavax mit den Fassungen E27 (Birnen) und GU10 (Spots). Der deklarierte Lichtstrom (Helligkeit) der LEDs lag zwischen 345 (4,8 W) und 1521 (14 W) Lumen.


Überprüft wurden Helligkeit, Farbtemperatur, Farbwiedergabe und Energieeffizienz sowie Lichtflimmern. Außerdem wurden auch der zusätzliche Farbwiedergabewert R9 für die Wiedergabe von Rot und der Abstrahlwinkel gemessen.


topprodukte.at bietet einen Überblick über die Testergebnisse sowie über effiziente LED-Lampen in unterschiedlichen Kategorien.


Die Testergebnisse im Überblick

Lampenhelligkeit (Lichtstrom)

Die Mehrzahl der Produkte entsprach den von den Herstellern angezeigten Werten. Bei sieben von zwölf Produkten weicht die Helligkeit nur gering (weniger als 10 %) vom angegebenen Wert ab.


Die größten Abweichungen bei den LED-Birnen weist das Produkt von S-Budget auf. Diese LED-Birne hat im Test eine um ungefähr 11 % niedrigere Helligkeit, aber auch einen um etwa 14 % niedrigeren Stromverbrauch als deklariert, wodurch die Energieeffizienz auf ähnlichem Niveau bleibt.  Überraschend ist die um 8 % erhöhte Helligkeit der AmazonBasics-LED-Birne bei niedrigerem Stromverbrauch als angegeben, wodurch sich die Energieeffizienz um etwa 10 % verbessert. Mehr Licht als angeführt kann jedoch unerwünscht sein, wenn beispielsweise verschiedene Produkte in einer offenen Leuchte kombiniert werden, da dann die sichtbaren Lampen unterschiedlich hell sind und uneinheitlich wirken. Auch die Birne von Osram nimmt im Test weniger Strom auf als deklariert, wodurch sich die Energieeffizienz um etwa 12 % verbessert.


Bei den LED-Spots hat der Ikea-Ryet-Spot negativ überrascht. Die gemessene Lampenhelligkeit ist um 17,3 % höher als die vom Hersteller angezeigte und führt deshalb zu einer Bewertung von „Nicht akzeptabel“. Der Philips-Spot ist mit einer Abweichung der Lampenhelligkeit von 14,8 % gerade noch einem „Nicht akzeptabel“ entkommen und wird mit „OK“ bewertet. Auch die Spots von Hornbach und Eglo bleiben mit einer geringen Abweichung bei der Lampenhelligkeit im Toleranzbereich.


Lichtfarbe (Farbtemperatur)

Die Farbtemperatur (auch Lichtfarbe genannt) gibt Auskunft über die Farbe des von der Lampe abgegebenen Lichts. Hier wird zwischen „Warmweiß“ (<=3.300 Kelvin (K)), „Neutralweiß“ (3.300 K bis 5.300 K) und „Kaltweiß“ (>= 5.300) unterschieden. Grundsätzlich gilt: Je höher die Farbtemperatur einer Lampe, desto kälter wirkt ihr Licht.


Für den Test wurden Lampen zwischen 2.700 und 4.000 K laut Herstellerangaben ausgesucht. Bei diesem Test war die Abweichung vom deklarierten Wert bei elf von zwölf Produkten sehr gering (< 5 %), diese Lampen entsprechen also der angeführten Farbtemperatur. Lediglich der LED-Spot von Eglo hat eine um etwa 10 % höhere Farbtemperatur als angegeben.


Für eine dezente Hintergrundbeleuchtung, etwa in Wohnräumen, sind niedrige Farbtemperaturen beziehungsweise warmweiße Lichtfarben zu empfehlen. Farbtemperaturen von 4.000 Kelvin gehen bereits in die Richtung von neutralweißem Licht und eignen sind eher für die Beleuchtung von Arbeitsbereichen wie Schreibtisch oder Küche.


Farbwiedergabe

Die Farbwiedergabe (Ra) einer Lampe ist ausschlaggebend dafür, wie gut und natürlich die Farben der Umgebung wiedergegeben werden. Der Höchstwert Ra 100 entspricht Tageslicht. Als gesetzlicher Mindeststandard im Rahmen der entsprechenden EU-Verordnung gilt hier ein Ra-Wert von über 80. Diesem Kriterium entsprechen alle Lampen. Die Performance der verschiedenen Lampenmodelle reicht hier von „Durchschnittlich“ mit einem Ra-Wert von etwas über 80 bis zu „Sehr gut“ mit Ra von mehr als 90 – erreicht von der Müller-Licht-LED-Birne.


Neben dem allgemeinen Farbwiedergabeindex wurde auch der R9-Wert getestet, der die Wiedergabe von satten Rottönen beschreibt. Im Allgemeinen wird bei Anwendungen, wo die Wiedergabe von natürlichen Rottönen besonders wichtig ist (z.B. kommerzieller Bereich und Gastronomie), ein R9-Wert von über 60 empfohlen. In jedem Fall sollte man aber von Lampen, bei denen er unter 0 liegt, eher die Finger lassen. Bei unserem Test liegt der R9-Wert bei zehn von zwölf Modellen zwischen 0 und 25. Die LED-Kerze von Müller-Licht setzt sich hier mit einem Wert von 93 deutlich von der Konkurrenz ab.


Energieeffizienz

Die Energieeffizienz wird bei LED-Lampen über das Verhältnis von Helligkeit und Stromverbrauch bestimmt. Je weniger elektrische Leistung eine Lampe bei gleicher Helligkeit benötigt, umso effizienter ist sie.


Bei den LED-Birnen haben sieben der acht Produkte einen Effizienzwert zwischen 100 und 121 Lumen/Watt und werden mit „Sehr gut“ bewertet. Das Leuchtmittel von Müller-Licht wird aufgrund des niedrigeren Effizienzwertes von 81 Lumen/Watt mit „Befriedigend“ bewertet.


Die LED-Spots von Ikea, Philips und Eglo erreichen ein „Sehr gut“ mit einer Lichtausbeute von 83 bis 109 Lumen/Watt. Sehr überraschend hat der Ikea-Spot teilweise eine bessere Energieeffizienz als so manche getestete LED-Birne. Schlusslicht ist das No-Name-Produkt von Hornbach mit 73 Lumen/Watt und der Bewertung „Gut“.


Lebensdauer

Die Lebensdauer der Lampen wurde nicht getestet. Für die Modelle ist eine Lebensdauer von 15.000 bis 30.000 Stunden deklariert.


Schaltfestigkeit

Die Schaltfestigkeit der Lampenmodelle (d. h., wie oft die Lampen ein- und ausgeschaltet werden können) wurde im Test nicht überprüft. Für die getesteten Produkte werden herstellerseitig zwischen 15.000 und 100.000 Schaltzyklen deklariert. Besonders für Räume, in welchen Lampen häufig ein- und ausgeschaltet werden, sollten LEDs mit entsprechend hohen Werten gewählt werden.  


Abstrahlverhalten

Neben der entsprechenden Lichtfarbe und Farbwiedergabe ist bei Spotlampen auch der gewünschte Abstrahlwinkel der Lampen zu beachten. Je nach Anwendungszweck (Küche, Bad, Wohnbereich) kann ein unterschiedlich breiter Lichtkegel gewünscht sein. Das Abstrahlverhalten wird im Gegensatz zu LED-Birnen bei Spots auf der Verpackung angeführt.


In unserem Test wird die Abstrahlcharakteristik der Lampen mithilfe von sogenannten Lichtverteilungskurven illustriert. Diese zeigen die relative Lichtstärke (im Vergleich zum maximalen Wert) in Abhängigkeit des Winkels und den Halbwertswinkel (siehe Abbildungen 1, 2 und 3).


Der sogenannte Halbwertswinkel gibt den Lichtkegel an, in dem die Helligkeit bis zur Hälfte des Maximalwertes abnimmt. Während Spots geringere Abstrahlwinkel (< 120°) aufweisen, liegt das Abstrahlverhalten von Birnen meist im Bereich von 180 bis 300 Grad und darüber. Das Abstrahlverhalten ist auch wesentlich vom Aufbau des Leuchtmittels abhängig.


Der Abstrahlwinkel ist jedoch nur bei Spots relevant und liegt bei den getesteten Leuchtmitteln zwischen 33 und 36 Grad. Zur Vollständigkeit, und um eventuell auftretende ungleiche Lichtverteilungen zu evaluieren, wurden auch die LED-Birnen auf ihr Abstrahlverhalten getestet. Es stellte sich heraus, dass nur die S-Budget-Birne eine ungleiche Lichtverteilung aufweist.


Abstrahlwinkel von verschiedenen LED Leuchtmitteln


Flimmern

Auch dieses Mal haben wir überprüft, ob die getesteten Lampen merkbar flimmern. Flimmern beschreibt das Phänomen von Schwankungen der abgegebenen Lichtmenge (mit Schwankungen von 100-mal pro Sekunde (Hz) oder mehr).


Der SVM-Wert (Stroboscopic Visibility Measure) beschreibt die Sichtbarkeit des Flimmerns. Ein SVM-Wert unter 1 bedeutet „Nicht sichtbar“ und ein Wert über 1 entsprechend „Sichtbar“.


Als einziges Produkt wurde bei allen drei Modellen des Eglo-Spots ein SVM-Wert zwischen 1,8 und 2,3 gemessen und wurde deshalb als „Nicht akzeptabel“ bewertet. Die LED-Birne von Xavax und Osram Superstar Classic A weisen erhöhte SVM-Werte auf und werden deshalb mit „Weniger zufriedenstellend“ bewertet. Alle anderen getesteten Leuchtmittel erhalten ein „Sehr gut“ für niedrige Flickerwerte.


Fazit und Empfehlungen

Die Bestnote von 1,3 bekommen gleich drei Produkte, wobei neben den Herstellern Philips und Osram auch AmazonBasics überzeugen kann. Die Testsieger zeigen durchgehend geringe Abweichungen von den Herstellerangaben und werden bis auf die als „Gut“ bewertete Farbwiedergabe mit „Sehr gut“ in Bezug auf Flicker und Energieeffizienz beurteilt.


Die einzigen zwei dimmbaren Produkte von Xavax und Osram, auch wenn nicht gedimmt gemessen, erreichen als Gesamtnote nur eine 2,7. Größtes Manko sind neben der nur „befriedigenden“ Farbwiedergabe auch die erhöhten SVM-Werte, die zu einem „Wenig zufriedenstellend“ bei der Flicker-Bewertung führen.


Sehr unerwartet werden die Spots von Ikea und Eglo mit der Gesamtnote „Nicht akzeptabel“ bewertet. Der Ikea-Spot hat bei der Helligkeit zu hohe Abweichungen von den Herstellerangaben gezeigt und deshalb den Test nicht bestanden. Das ist sehr schade, denn der Ryet-Spot von Ikea überzeugt durchaus in den anderen Testkriterien und hätte den ersten Platz ergattern können. Der Spot von Eglo konnte den Flickertest nicht bestehen. Das Produkt von Hornbach gewinnt den zweiten Platz bei den Spots und weist durchgehend überzeugende Messergebnisse auf. Klarer Testsieger bei den LED-Spots ist Philips mit einer Gesamtbewertung von 1,7. Hier sollte aber erwähnt werden, dass die Abweichung zum deklarierten Lichtstrom sehr hoch ist und Philips sehr knapp an der Bewertung „Nicht akzeptabel“ vorbei geschlittert ist.


Der Test lässt erkennen, dass manche günstigen LEDs, wie z. B. von Ikea oder AmazonBasics, tatsächlich mit jenen von Premium-Herstellern wie Philips oder Osram mithalten können. Hingegen haben auch namhafte Hersteller wie Osram oder Xavax Produkte, die im Test aufgrund des Flickers nicht vollständig überzeugen können. Eine klare Empfehlung für oder gegen No-Name-Artikel und Premium-Hersteller kann daher in diesem Test nicht gegeben werden.


Bei der Auswahl von Leuchtmitteln kommt es vor allem auf den gewünschten Einsatzzweck an. Was beim Kauf unbedingt beachtet werden sollte und weiterführende Informationen zu LEDs, finden Sie in unserer Broschüre Die beste Beleuchtung für Ihr Zuhause.

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Quelle: shutterstock.com/Africa Studio

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