Backen & Kochen

Energie und Kosten sparen beim Kochen und Backen

Männliche Hand öffnet eine Ofentür

Quelle: iStock/Zephyr18

Beim Kochen und Backen kann ein deutliches Einsparpotential genutzt werden. Allein Herd und Backrohr haben einen Anteil von etwa 10 Prozent am Stromverbrauch eines Durchschnittshaushalts.

Das Schnitzel in der Pfanne oder die Nudeln im Topf, in den meisten Haushalten wird täglich zumindest einmal gekocht. Umso wichtiger ist es, sich vor dem Kauf eines Gerätes über den Stromverbrauch zu informieren.

Wie wähle ich das passende Gerät für meinen Bedarf?

Für Backrohre gibt es zwar ein EU-Effizienzlabel, die Unterschiede hinsichtlich des Energieverbrauchs sind jedoch bei den aktuellen Produkten gering. In der Regel erreichen alle Backrohre die Effizienzklasse A, ein gewisser Anteil die Klasse A+. Es werden daher keine speziellen Empfehlungen zur Geräteauswahl gegeben.

Wenn ein Gasanschluss vorhanden ist, sollte Kochen und Backen mit Strom vermieden und ein Gasherd eingesetzt werden. Gas ist energetisch und finanziell die bessere Alternative, da die Wärmeerzeugung durch Gas direkt und ohne zusätzliche Umwandlungsverluste funktioniert. Der etwas höhere Anschaffungspreis eines Gasherds ist relativ rasch durch den günstigeren Betrieb ausgeglichen.

Die Induktionskochplatte bietet bei Elektroherden die beste Energieausnutzung. Sie verbraucht bei kleinen Mengen an Kochgut gegenüber konventionellen Kochplatten rund 30 Prozent weniger Strom. Bei größeren Mengen bzw. langer Kochdauer sind die Unterschiede zu konventionellen Glaskeramikkochfeldern geringer. Beim Induktionsherd wird nicht das Kochfeld selbst erhitzt, sondern die Hitze direkt im Topfboden erzeugt. Dafür sind geeignete Töpfe erforderlich (magnetischer Boden).

Untersuchungen zeigen allerdings, dass sich mit einfachen Verhaltensanpassungen oder effizientem Kochgeschirr weit mehr Strom sparen lässt, als mit effizienten Herdtechnologien oder Spezial-Equipment.

Energie und Kosten sparen beim Kochen und Backen

Bis zu einem Fünftel mehr Energie als erforderlich wird benötigt, wenn der Topf um ein bis zwei Zentimeter kleiner ist als die Herdplatte. Verwenden Sie einen Deckel, damit reduziert sich der Energieverbrauch um zwei Drittel,

Sparsam kochen

  • Nehmen Sie zum Kochen nur so viel Wasser, wie Sie auch tatsächlich benötigen
  • Heißes Wasser für Tee, Kaffee, etc. wird am schnellsten und sparsamsten mit einem Wasserkocher gekocht
  • Vorerhitzen von Wasser mittels Wasserkocher für das Kochen von Nudeln, Kartoffeln, etc. am Herd bringt keine Vorteile
  • Bei Warmwasserbereitung mit erneuerbarer Energie (z. B. Sonnenenergie) oder mit Fernwärme kann es sinnvoll sein, heißes Wasser aus der Leitung zu entnehmen, um damit den Kochvorgang zu beschleunigen
  • Wählen Sie zum Ankochen eine hohe Einstellung der Kochplatte und schalten Sie zum Weitergaren entsprechend zurück
  • Nutzen Sie die gespeicherte Restwärme, indem Sie die Kochplatte schon einige Minuten vor Ende der Garzeit ganz abschalten
  • Lassen Sie Teigwaren nach einigen Minuten Kochzeit (je nach Zeitangabe auf der Verpackung) bei geschlossenem Deckel weiterziehen. Damit kommen Sie ganz energiesparend zu Nudeln „al dente“
  • Die Garzeiten von Reis und Hülsenfrüchten (Bohnen, Linsen, etc.) verringern sich deutlich, wenn Sie sie vorquellen lassen
  • Ein Mikrowellengerät ist dann vorteilhaft, wenn Speisen aufgewärmt bzw. geringe Flüssigkeitsmengen (Kakao, Milch, etc.) auf Trinktemperatur erwärmt werden sollen. Für eine komplette Speisenzubereitung ist die Mikrowelle nicht empfehlenswert

Sparsam backen

  • Verzichten Sie beim Backen im Rohr auf das Vorheizen, auch wenn dies im Rezept angegeben wird. Eine Ausnahme bilden empfindliche Teige.
  • Backen ohne Vorheizen spart bis zu 20 Prozent Energie. Verwenden Sie die Umluftfunktion und wählen Sie eine um 20 °C geringere Temperatur als angegeben.
  • Sofern möglich, sollte der Herd anstelle des Backrohrs verwendet werden, da der Backofen bis zu vier Mal soviel Energie benötigt.
  • Für die Zubereitung von Ofenkartoffeln ist beispielsweise etwa zehnmal so viel Energie nötig wie das Kochen von Kartoffeln im Druckkochtopf.
  • Sie vergeuden Strom, wenn Sie im Backrohr nur einige Weckerl aufbacken oder wenige Stücke grillen. Für diese Fälle sind Toaster bzw. Kontaktgriller besser geeignet.

Fertiggerichte aus dem Tiefkühlregal – schlecht für unseren Öko-Fußabdruck?

Schlecht für unseren Öko-Fußabdruck?
Eine Studie des deutschen Öko-Instituts hat gute Nachrichten für Fans von tiefgekühlten Fertiggerichten: Die Klimabilanzen von industriell produzierter Tiefkühlkost und selbst zubereiteten Gerichten sind vergleichbar. Die Wissenschafterinnen und Wissenschafter kommen zum Schluss, dass eine pauschale Verurteilung von Tiefkühlprodukten unter Klimaaspekten aus wissenschaftlicher Sicht nicht haltbar ist.

Transport und Lagerung der Tiefkühlprodukte haben einen vergleichsweise geringen Anteil an der gesamten Klimabilanz der untersuchten Tiefkühlprodukte und wirken sich nicht so stark auf die Klimabilanz aus, wie häufig angenommen. Die Rezeptur der Produkte sowie die Einkaufsfahrt, Lagerung und Zubereitung haben einen größeren Einfluss auf die Klimabilanz als die unterschiedlichen Angebotsformen. Also: Kein Anlass für ein schlechtes Öko-Gewissen, wenn Sie ein tiefgekühltes Fertiggericht zubereiten und es sich damit etwas einfacher machen. Fürs gemütliche Kochen und Ausprobieren ist am Wochenende mehr Zeit …