Wohnung oder Haus urlaubsfit machen – aber wie?

Ab in die Berge oder auf zum Strand? Bevor Sie sich auf den Weg in den Urlaub machen, können Sie mit wenigen Handgriffen dafür sorgen, dass er auch gut endet. Wir haben einige Tipps für Sie gesammelt, wie Sie den Stromverbrauch während Ihrer Abwesenheit reduzieren und böse Überraschungen vermeiden können.

Planung Reisekonzept auf Karte

Quelle: iStock/seb_ra

Viele Elektrogeräte verbrauchen Strom auch, wenn Sie nicht zu Hause sind oder die Geräte nicht aktiv nutzen. Deswegen sollten vor dem Urlaub einige Vorkehrungen getroffen werden, um nicht unnötig Energie zu verschwenden. Auf diese Weise sparen Sie nicht nur Strom, sondern auch Geld.

Wir haben fünf der wichtigsten Tipps für Sie zusammengestellt. In unserer Checkliste finden Sie kompakt die wichtigsten Punkte angeführt.

Tipp #1: Stand-by-Verbrauch vermeiden

Wenn Sie mehrere Tage oder Wochen auf Urlaub sind, können elektrische Geräte in Ihrer Abwesenheit zu Stromfressern werden. Denn auch nach dem Abschalten verbrauchen viele Maschinen noch „heimlich“ Strom zur Unterstützung von sogenannten Stand-by-Funktionen (z. B. für Zeitanzeige, Aktivierung über Fernsteuerung etc.).

Selbst wenn der Stand-by-Verbrauch bei vielen Neugeräten heute maximal 0,5 Watt betragen darf, gibt es immer noch viele ältere Haushaltsgegenstände, die deutlich höhere Werte aufweisen. Deswegen ist es ratsam, die Geräte nach Möglichkeit vor dem Urlaub (sowie auch generell bei Nichtnutzung) vom Stromnetz zu trennen. Der Stand-by-Verbrauch beträgt etwa 3,1 Prozent des Jahresstromverbrauchs eines Haushalts.

Unser Top-Tipp

Für einen guten Überblick über Ihren Stromverbrauch während der Abwesenheit notieren Sie sich den Zählerstand vor und nach der Abreise. So können Sie den eigenen Energieverbrauch besser analysieren und bekommen einen guten Überblick. Das betrifft übrigens auch die Zähler für Wärme, Gas, Wasser usw.

Fernseher, Computer, Drucker, Handy-Ladegeräte, WLAN-Router und Stereoanlagen sollten vor dem Urlaub ausgesteckt werden. Schaltbare Verteilerdosen sind hier nützlich, da mit einem Ausschalter mehrere Geräte gleichzeitig vom Strom getrennt werden können. Küchengeräte wie Kaffeemaschinen, Mikrowellen und Toaster können ebenfalls ausgesteckt werden.

Der Stromverbrauch für Kühl- und Gefriergeräte beträgt im Haushalt durchschnittlich 10 bis 15 Prozent des Gesamtverbrauches, also eine beachtliche Menge. Wenn Sie separate Kühl- und Tiefkühlgeräte zu Hause haben, lohnt sich bei einer mehrwöchigen Reise das Abschalten und Ausräumen des Kühlgerätes. Denn noch vorhandene Frischware wäre nach dieser Zeit auch bei Kühlung meistens verdorben. Das Abtauen und Ausräumen von Tiefkühlgut jedoch ist eher praxisfern und würde auch bedeuten, dass Tiefkühlgut im Abfalleimer landet.

Tipp #2: Geschirrspüler und Waschmaschine geöffnet lassen

Beim Wäschewaschen und Geschirrspülen bleibt Restfeuchte im Gerät zurück. Um eine Schimmelbildung und unangenehme Gerüche zu vermeiden, sollte die Tür während längerer Abwesenheiten einen Spalt weit offen gelassen werden. Dieser Tipp gilt übrigens auch für abgeschaltete Kühl- und Gefriergeräte.

Tipp #3: Heizung richtig einstellen

Bei einer längeren Urlaubsreise im Winter ist es empfehlenswert, die Raumtemperatur zu reduzieren. Um Kälteschäden und Schimmelbildung auszuschließend, sollte die Heizung aber nicht gänzlich ausgeschaltet werden. Bewährt ist dabei ein Richtwert von 15 °C in der gesamten Wohnung, den Sie nicht unterschreiten sollten. Bei zu niedrigen Temperaturen in Küche und Bad können Wasserleitungen nämlich gefrieren und erhebliche Schäden entstehen.

Schon gewusst?

Mit bereits 1 °C Raumtemperatur weniger können die Heizkosten um etwa 6 Prozent gesenkt werden. So bringt beispielsweise eine Reduktion von 21 auf 19 °C bei Abwesenheit rund 12 Prozent Energieeinsparung.

Tipp #4: Warmwasserboiler ausschalten

Ob ein Warmwasserboiler ausgeschaltet werden soll, hängt maßgeblich von der Dauer des Urlaubs und der Speichermenge des Boilers ab. Bei kleinen Boilern, sogenannten Kleinspeichern, kann sich das Abschalten bereits nach wenigen Tagen lohnen und ist deshalb eine sinnvolle Maßnahme, um Kosten zu reduzieren. Auch bei Untertisch-Miniboilern mit 5 bis 15 Liter Speicherinhalt lohnt sich ein Abschalten.

Moderne Warmwasserspeicher hingegen sind sehr gut gedämmt und verlieren wenig Wärme. Deshalb sollten Sie Speicher mit einem Volumen ab 250 Liter erst bei längerer Abwesenheit von zwei Wochen oder mehr abschalten.

Vorsicht!
Wurde der Warmwasserboiler während des Urlaubs ausgeschaltet, sollten Sie nach der Rückkehr die Legionellenschaltung aktivieren und die Leitungen gut durchspülen. Legionellen vermehren sich bei Temperaturen zwischen etwa 25 und 50 °C und können, bei stehendem Wasser, in erhöhter Konzentration vorkommen. Bei einer Temperatur von mehr als 60 °C werden Legionellen abgetötet.

Hauptwasserhahn abdrehen nicht vergessen!
In der Leitungswasserversicherung ist üblicherweise eine 72-Stunden-Klausel enthalten, die besagt, dass der Hauptwasserhahn abgedreht werden muss, wenn ein Gebäude länger als 72 Stunden unbewohnt ist. Bei Nichteinhaltung kann im Schadensfall der Versicherer die Leistung verweigern, was für Sie sehr teuer werden könnte.

Tipp #5: Einbruchsschutz durch Anwesenheitssimulation

Wenn es in der kalten Jahreszeit früh finster wird, nutzen Kriminelle oft den Schutz der Dunkelheit, um in Wohngebäude einzudringen. Oft werden daher Häuser oder Wohnungen, in denen sich niemand aufzuhalten scheint, Ziel von Einbrechern. Treffen Sie deshalb Maßnahmen, die vortäuschen, dass jemand zu Hause ist, und verbessern Sie so den Einbruchsschutz. Geeignete Mittel sind beispielsweise das vorprogrammierte Ein- und Ausschalten der Beleuchtung oder eine automatische Rollladen- und Jalousiensteuerung.

Anwesenheitssimulation durch Beleuchtung
Die Beleuchtung sollte in Ihrer Abwesenheit nicht dauerhaft in Betrieb sein. Für den Einbruchsschutz genügt es, die Außenbeleuchtung oder beispielsweise eine Stehleuchte im Wohnzimmer über eine Zeitschaltuhr zu steuern. Auf diese Weise simulieren Sie Ihre Anwesenheit zu Hause und schrecken potenzielle Einbrecher ab. Guter Nebeneffekt: Unnötiger Stromverbrauch wird vermieden und die Geldbörse geschont.

Urlaubsfit-Checkliste

1.            Fenster und Türen gut verschließen

2.            Elektrische Geräte vom Netz nehmen

3.            Anwesenheit vortäuschen: Licht und Rollläden per Zeitschaltuhr steuern

4.            Volle Briefkästen vermeiden: Urlaubsfach einrichten oder Nachbarn bitten

5.            Zeitungsabo: Urlaubsnachsendung oder Lieferunterbrechung

6.            Verderbliche Lebensmittel aufbrauchen, mitnehmen oder verschenken

7.            Mülleimer vor der Abreise leeren

8.            Zeit nehmen für einen letzten Rundgang im Haus oder in der Wohnung vor der Abreise