Saubere Sache: Wäsche waschen und Umwelt schonen

Eine Waschmaschine gehört zur Grundausstattung eines jeden Haushaltes – und auch zu den größten Stromfressern. Mit ein paar einfachen Tipps lässt sich der Energiebedarf deutlich reduzieren, ohne dass die Sauberkeit darunter leidet.

Hübsch lächelnde junge Mann in grauen Jeans und Mantel sitzt vor einer Waschmaschine und verwendet sein Smartphone. Er lädt Waschmaschine mit schmutziger Wäsche. Helles und geräumiges Wohnzimmer mit modernem Interieur.

Quelle: iStock/gorodenkoff

Die Waschküche, in der sich mehrere Parteien eines Miethauses eine Waschmaschine teilten, ist längst passé. Heute steht in so gut wie jeder Wohnung eine eigene Waschmaschine. Im Laufe der Jahre sind Geräte nicht nur billiger und somit für jedermann erschwinglich, sondern auch wesentlich sparsamer geworden. Das betrifft sowohl den Stromverbrauch, wie auch den Wasserbedarf. Im Interesse der eigenen Brieftasche und vor allem auch der Umwelt sollte auf einen möglichst effizienten Einsatz der Maschine geachtet werden. Wir haben Tipps, wie Sie die größten Fehler rund um die Waschmaschine vermeiden können.

Auf das EU-Energielabel achten

Das neue EU-Energielabel, das seit 1. März 2021 zum Einsatz kommt, trägt bereits einem nachhaltigeren, bewussteren Einsatz der Waschmaschinen Rechnung. Der Energieverbrauch wird nicht mehr pro Jahr, sondern für 100 Waschgänge angegeben, die Füllmenge und die angegebene Waschdauer orientieren sich an den Eco-Programmen. In unserer Topprodukte-Datenbank erfahren Sie auch, welche Bewertung die Waschmaschinen nach dem EU-Energielabel haben: Topprodukte Waschmaschinen 

Nie mit halbleerer Maschine waschen

Der größte Fehler beim Wäschewaschen ist die falsche Beladung: Die Maschine sollte nicht halbleer starten – auch, wenn es in einem Ein-Personen-Haushalt schwieriger sein mag als in einer Großfamilie, die Trommel voll zu bekommen. Bei niedrigeren Waschtemperaturen können ohne weiteres verschiedene Textilarten gemeinsam gewaschen werden. Also zu einer Ladung T-Shirts und Unterwäsche auch noch das eine oder andere Badetuch dazu geben. Bei einer Mischpartie mit unterschiedlichen Farben ist es ratsam, einen Farbfänger zu verwenden. Wiederverwendbare Farbfänger aus Stoff sind umweltfreundlicher als Einweg-Produkte aus Papier. Bei schwarzen Socken ist dennoch Vorsicht geboten: die sollten auf keinen Fall gemeinsam mit heller Wäsche gewaschen werden. Aber sie vertragen sich in der Regel gut mit Jeans oder dunklen Jogginghosen. 

Auf die Größe kommt es an

Die Auswahl der richtigen Waschmaschine richtet sich nach der Größe des Haushaltes. Wer als Single lebt, hat weniger Wäsche und ist daher mit einer kleinen Maschine besser bedient. Eine Familie mit mehreren Kindern hingegen sollte nach einem größeren Modell Ausschau halten. Auch die Frage ob Front- und Toplader sollte vor dem Kauf gestellt werden: Waschmaschinen, die von oben beladen werden, sind schmäler und daher für kleine Wohnungen besser geeignet. Die typischen Bullaugen-Maschinen bieten dafür eine feine Ablagefläche, beziehungsweise kann noch ein Wäschetrockner draufgestellt werden. Alle Informationen, worauf Sie beim Kauf achten sollten, haben wir hier für Sie zusammengefasst: Ratgeber Waschmaschinen.

Wahl der richtigen Temperatur

30 Grad, 60 Grad oder gar 90 Grad? Mit den heute erhältlichen Waschmitteln wird die Wäsche auch bei niedrigen Temperaturen sauber. Für normale Kleidung reichen 30 Grad völlig aus. Auch Handtücher und Bettwäsche müssen nicht mehr gekocht werden. Nur bei starken Verschmutzungen sollte die Wäsche mit 60 Grad gewaschen werden – häufig sind aber auch hier 40 Grad ausreichend. Am besten ausprobieren: Bei jeder Waschpartie die Wassertemperatur eine Stufe niedriger einstellen und dann entscheiden, bis zu welcher Temperatur das Resultat akzeptabel ist. Die 90 oder 95 Grad-Einstellung kommt im Optimalfall nie zum Einsatz. Ausnahmen sind beispielsweise, wenn höchste Hygiene angesagt ist.

Vorwäsche meist überflüssig

Moderne Waschmaschinen bieten Anwenderinnen und Anwendern eine riesige Palette an Waschprogrammen für alle Eventualitäten an. In der Praxis werden jedoch nur einige wenige davon tatsächlich zum Einsatz kommen. Die Vorwäsche ist beispielsweise nur bei wirklich extrem verschmutzter Wäsche notwendig. Im Normalfall reicht der Hauptwaschgang völlig aus. Und auch beim Schleudern kann gespart werden: Wird die Wäsche zum Trocknen im Freien aufgehängt, darf sie ruhig noch etwas nasser sein. Kommt sie in einen Trockner, sollte schon vorher möglichst viel Wasser herausgeschleudert werden, um den Stromverbrauch des Trockners zu reduzieren. Wird die Wäsche in einem Innenraum zum Trocknen aufgehängt, sollte sie ebenfalls so trocken wie möglich aus der Waschmaschine kommen. Sonst besteht durch die hohe Luftfeuchtigkeit die Gefahr von Schimmelbildung.

Eco statt Schnell-Programm

Finger weg von Schnell-Programmen, dafür nach Möglichkeit die Eco-Einstellungen benutzen. Auch wenn die Waschpartie wesentlich mehr Zeit benötigt, sind Strom- und Wasserverbrauch deutlich geringer. Doch benötigt eine längere Waschdauer nicht auch mehr Energie? Tatsächlich ist genau das Gegenteil der Fall. Es ist vergleichbar mit dem Auto: Wer dieselbe Strecke mit 90 km/h fährt, ist wesentlich länger unterwegs, als bei 130 km/h – jedoch wird deutlich weniger Treibstoff benötigt.

Richtige Dosierung von Waschmittel

Mehr Waschmittel, sauberere Wäsche? So simpel ist das nicht. Denn mit mehr Waschmittel wird die Wäsche nicht sauberer. Im Gegenteil: es kann zu unschönen Ablagerungen auf der Kleidung kommen. Deshalb sollten Sie sich genau an die Vorgaben der Hersteller halten, eventuell sogar etwas weniger Waschpulver verwenden als empfohlen. Achtung: Die richtige Dosierung des Waschmittels hängt auch von der individuellen Wasserhärte ab!

Unser Top-Tipp

Wer beim Wäschewaschen der Umwelt etwas Gutes tun möchte, sollte nicht nur auf Energie-Effizienz und einen sparsamen Umgang mit dem Wasser achten. Auch die Auswahl eines nachhaltigen Waschmittels ist wichtig. Flüssigwaschmittel beispielsweise enthalten Konservierungsmittel und müssen in Plastikflaschen aufbewahrt werden. Waschpulver sind daher meistens die umweltfreundlichere Variante. Das Tolle: Es müssen keine Abstriche in Sachen Sauberkeit und Fleckenentfernung gemacht werden. Worauf Sie bei der Auswahl eines nachhaltigen Waschmittels im Detail achten sollten, lesen Sie auf bewusstkaufen.at nach.

Waschmaschine sauber halten

Damit die Wäsche frisch und sauber aus der Maschine kommt, muss auch die Waschmaschine selbst entsprechend sauber gehalten werden. Das Flusensieb und die Waschmittel-Laden lassen sich relativ leicht reinigen, ebenso die Gummidichtung. Aber auch in der Trommel und in den Schläuchen sammeln sich oft Schmutz und Keime an. Daher ist es ratsam, etwa einmal im Monat eine Waschpartie mit 60 Grad laufen zu lassen. Damit dabei nicht Strom- und Wasser verschwendet wird, bietet sich an gleich ein paar Hand- oder Badetücher mitwaschen.

Im Internet wird vielfach vorgeschlagen, zur Reinigung Essig in die Waschmaschine zu kippen – davon ist aber dringend abzuraten! Abgesehen vom unangenehmen Geruch kann die starke Säure Korrosionsschäden in der Maschine verursachen und die Dichtungen angreifen. Wenn schon, dann Zitronensäure verwenden, die ist weniger aggressiv und macht dennoch dem Kalk den Garaus. Auch die Hinzugabe von Natronpulver bei der Kochwäsche ist ein brauchbarer Weg, um die Maschine sauber zu halten.

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