Waschmaschinen

Allgemeines

Waschmaschinen finden sich heute in beinah jedem österreichischen Haushalt – in nur 7 von 100 Haushalten steht keine. Das neue EU-Energielabel hat den Vergleich von besonders energieeffizienten Geräten erleichtert, da diese jetzt auf mehrere Effizienzklassen verteilt sind. Unter dem alten Label waren die meisten Waschmaschinen in der Effizienzklasse A+++. Energie- und Wasserverbräuche eines Gerätes wirken sich erheblich auf die Gesamtkosten über die Nutzungsdauer aus und sollten damit wesentliche Kaufentscheidungskriterien sein. Doch auch die passende Trommelgröße ist bei der Auswahl zu beachten.

Das neue EU-Energielabel

neues EU-Energielabel für Waschmaschinen

Quelle: Label2020

Seit 1. März 2021 gibt es für Waschmaschinen ein neues EU-Energielabel. Das neue Label hat eine Effizienzskala von A bis G (altes Label A+++/G). Am Label ist außerdem ein QR-Code aufgedruckt, dieser verweist auf die EU-Produktdatenbank EPREL wo weitere Produktinformation zu finden sind. Der Energieverbrauch und die Effizienzdaten basieren überwiegend auf neuen Testmethoden. Am neuen Label wird der Energieverbrauch für Waschmaschinen nicht mehr pro Jahr, sondern für 100 Betriebszyklen angegeben. Das ermöglicht Konsumenten eine einfachere Berechnung des zu erwartenden Stromverbrauches. Neben dem gewichteten Wasserverbrauch pro Waschgang wird jetzt auch die Dauer des „Eco 40-60“ Programms angeführt. Ebenfalls neu ist die Angabe der Geräuschemission nur für das Schleudern, nicht für Waschen, und die Angabe der Geräuschemissionsklasse.

Empfehlungen für die Produktauswahl

topprodukte-Kaufempfehlung

Beim Kauf von Waschmaschinen ist auf folgende Kriterien zu achten:

  • Wählen Sie ein topprodukt der Effizienzklasse A oder B
  • Wählend Sie die richtige Kapazität passend zur Haushaltsgröße, Richtwert für ein Einfamilienhaus ist eine Füllmenge von 7kg
  • Im Betrieb: Eco-/Energiespar-Programme nutzen und möglichst nur bei voller Beladung waschen

Bauform und Kapazität

Die gebräuchlichste Ausführung von Waschmaschinen sind Frontlader. Hier wird die Wäsche mittels Beladeöffnung auf der Vorderseite in die Trommel gegeben. Dieser Typ ist mit einem Fassungsvermögen von 6 kg bis zu 12 kg erhältlich. Eher seltener nachgefragt werden Toplader, die mit einer Kapazität von bis zu 8 kg verfügbar sind. Sie sind eine Option, wenn der Platz in der Wohnung knapp ist.

Entscheidend bei der Wahl der passenden Kapazität sind die Haushaltsgröße und die persönlichen Lebensumstände: Ein Single-Haushalt kommt mit einer 5-Kilogramm-Maschine aus. Für Haushalte mit drei bis vier Personen sind zumeist Modelle mit bis zu 7 kg geeignet. Und erst bei einem großen Haushalt mit vielen (kleinen) Kindern sind Waschmaschinen mit 8 bis 12 kg sinnvoll.

Energie - und Wasserverbrauch

Der Energie- und Wasserverbrauch von Waschmaschinen wirkt sich erheblich auf die Gesamtbetriebskosten aus. Die sparsamsten derzeit verfügbaren Waschmaschinen entsprechen der Effizienzklasse A bis B.

Eine Waschmaschine mit einer Füllmenge von 7 kg und der Effizienzklasse A benötigt ca. 41 kWh pro 100 Waschzyklen, ein vergleichbares F-Gerät 83 kWh pro 100 Waschzyklen.

Empfehlenswert ist heute die Wahl eines Geräts der Klasse A bis B. Eine Waschmaschine der Energieklasse A und Füllmenge 7 kg benötigt im Durchschnitt etwa

  • 14% weniger Strom als ein Gerät der Klasse B
  • 26% weniger Strom als ein Gerät der Klasse C
  • 50% weniger Strom als ein Gerät der Klasse F

Gute Schleuderwirkung

Wenn die Wäsche mit einem Trockner getrocknet wird, achten Sie beim Kauf eines neuen Gerätes auf die Schleuderdrehzahl, denn je besser die Wäsche vorgeschleudert wird, desto kürzer dauert der Trockenvorgang. Empfehlung: Schleuderklasse A

Topprodukte

Tipps für die Produktnutzung

Die volle Kapazität nutzen

Achten Sie darauf, dass Sie die Füllmenge Ihrer Waschmaschine möglichst voll ausnutzen. Eine Ausnahme bilden hier Woll- und Feinwäsche sowie Seide: Hier sollte mehr Platz gelassen werden, damit die Kleidungsstücke nicht so stark aneinander reiben.

Eco- bzw. Energiespar- Programme

Nutzen Sie wenn möglich das Eco-Programm beim Wäschewaschen. Je nach Verschmutzung sollte mit möglichst niedriger Temperatur gewaschen werden. Für Weiß- und Buntwäsche sollten maximal das 60 °C-Programm gewählt und das Kochwäsche- Programm (90 °C) möglichst vermieden werden. Oft reichen 40 °C oder 30 °C. Die modernen Waschmittel entfalten ihre Wirkung auch bei diesen niedrigen Temperaturen. Ein Tipp: Schritt für Schritt „herunterschalten“. Probieren Sie aus, ob Ihre Wäsche statt mit 60 °C auch mit 40 °C genauso sauber wird. Wenn die gewünschte Wirkung erreicht ist, können Sie noch einen weiteren Temperatur-Schritt nach unten gehen.

Wussten Sie schon?
Die Bezeichnung "Baumwolle" bedeutet im Übrigen nicht, dass mit 60 °C heißem Wasser gewaschen werden muss, sondern dass das Baumwollgewebe entsprechend der Angabe im Pflegeetikett "60 °C" für dieses Programm geeignet ist. Tatsächlich kann die Waschtemperatur auch unter 50 °C liegen.

Keine Vorwäsche

Verzichten Sie auf das Vorwaschen (im Ausnahmefall nur bei sehr stark verschmutzter Wäsche, wie Arbeitskleidung etc.). Wählen Sie für leicht verschmutzte Wäsche Sparprogramme. Waschen Sie im Regelfall mit 30 Grad, dies ist in den meisten Fällen ausreichend, "Kochwäsche" hingegen mit 60 Grad statt mit 90 Grad waschen.

Waschmittel

Sehr häufig wird auch zu viel Waschmittel verwendet. Für übliche Verschmutzungen (keine Grasflecken, Fett bzw. Ölrückstände, etc.) reicht meist viel weniger Waschmittel, als vermutet würde. Es gibt auch konzentrierte Waschmittel in Nachfüllpackungen, die weniger Verpackungsmüll verursachen. Pulver-Waschmittel am besten direkt in die Trommel geben, um den durch Bakterien bedingten muffigen Geruch bei der Waschmittel-Lade und Zuleitung entgegen zu wirken.

Warmwasseranschluss

Ein Warmwasser-Anschluss kann, muss jedoch nicht sinnvoll sein. Wenn das Warmwasser zu über 50 % mit erneuerbaren Energieträgern (Solarthermie, Biomasse) oder Fernwärme hergestellt wird, sowie bei günstiger Installation der Warmwasserleitungen ist es sowohl ökologisch als auch ökonomisch sinnvoll, Waschmaschinen an das Warmwasser anzuschließen. Ob die technischen Voraussetzungen dafür gegeben sind, muss im konkreten Fall jedoch immer geprüft werden. Die Wirtschaftlichkeit des Warmwasser-Anschlusses können Sie so selbst abschätzen:

Bei Neubauten / Gesamterneuerung Warmwasserinstallation bestehender Bauten gilt:

  • Kalter Zapfen unter 1,5 Liter

Bei bestehende Bauten ohne Gesamterneuerung der Warmwasserinstallation gilt:

  • Warmwasserleitung führt max. 5 Meter oder näher durch oder
  • kalter Zapfen unter 3 Liter

Check: Kalter Zapfen:

  • 2 Stunden vor dem Check kein Warmwasser mehr zapfen, auch nicht an benachbarten Zapfstellen (evtl. Info an MieterInnen)
  • Litermaß unter den Warmwasserhahn stellen. Warmwasserhahn öffnen resp. Mischer ganz auf «heiß» stellen und öffnen, jedoch nur so stark, dass schnell wieder abgestellt werden kann
  • Temperatur des Wasserstrahls messen. Sofort abstellen, wenn sie höher als 40° C ist (klar wärmer als handwarm)
  • Wassermenge im Litermaß ablesen. Sie entspricht dem kalten Zapfen

Waschmaschinen für Warmwasser-Anschluss benötigen zwei Anschlüsse (einen für das Kaltwasser und einen für das Warmwasser) und eine entsprechende Steuerung. Geeignete Modelle für Warmwasser-Anschluss finden Sie in den Produktlisten der Kategorie Waschmaschinen.

Hygiene

Wer eine hygienisch saubere Wäsche benötigt, z. B. bei Pflege kranker Personen im Haushalt, sollte nicht im Energiesparprogramm waschen, sondern stattdessen im Standard-, Intensiv- oder Hygieneprogramm mit mindestens 60 °C. Benutzen Sie ein pulverförmiges Voll- oder Universalwaschmittel. Dieses enthält eine Kombination von Bleichmitteln und Bleichaktivatoren, mit denen sich Krankheitskeime effektiv reduzieren lassen. Einmal pro Monat sollte ein 60 °C od. evtl. 90 °C-Programm zur Maschinenreinigung ohne Beladung eingesetzt werden, um Keime bzw. Biofilm-Ablagerungen zu beseitigen.

Regenwasseranschluss

Modelle mit Regenwasseranschluss können ebenfalls sinnvoll sein, da die Wasserkosten je nach Wassertarif und Wasserverbrauch der Maschine 50 bis 100% der Stromkosten betragen. Es gibt jedoch keine Maschinen, die gleichzeitig Warmwasser und Regenwasser nutzen können.

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Reparatur

Es hängt von vielen Faktoren ab, ob sich eine Reparatur lohnt. Das Alter des kaputten Elektrogerätes spielt eine wichtige Rolle. Des Weiteren sollten die zu erwartenden Reparaturkosten den Kosten für eine Neuanschaffung gegenübergestellt werden. Aus ökologischer Sicht sollte auch die Belastung der Umwelt durch die Herstellung bei der Entscheidung nicht vergessen werden. Insbesondere Elektronikteile zeigen eine hohe Umweltlast auf, da für sie schwer zugängliche Rohstoffe abgebaut werden müssen. Eines ist sicher, durch eine Reparatur kann die Produktlebensdauer erheblich verlängert werden.

Entsorgung

Bringen Sie Ihr altes Gerät zum Händler oder zur Altstoffsammelstelle, damit die Schadstoffe fach-/umweltgerecht entsorgt werden können.  Wenn Sie ein neues Elektrogerät kaufen, können Sie dem Händler ein Altgerät mit der gleichen Funktion wie das Neugerät zurückgeben. Er ist zur Zug-um-Zug-Rücknahme verpflichtet, wenn sein Verkaufslokal die Größe von 150 m2 übersteigt.

Technik Wegweiser

Jährlicher Energie- und Wasserverbrauch

Der jährliche Energie- und Wasserverbrauch wird auf 220 Standardwaschzyklen für Baumwollgewebe pro Jahr bezogen. Die Verbrauchswerte werden bestimmt, indem ein gemittelter Wert aus sieben Einzelwerten (dreimal das Programm „Baumwolle 60 °C“ vollbeladen und jeweils zweimal die Programme „Baumwolle 60 °C“ und „Baumwolle 40 °C“, jeweils zur Hälfte befüllt) bestimmt wird. Beim Jahresenergieverbrauch ist auch der Standby-Verbrauch berücksichtigt. Rein rechnerisch bedeutet dies 4,2 Baumwoll-Waschdurchgänge pro Woche. Der tatsächliche Jahresverbrauch wird in der Regel davon abweichen.

Vollwasserschutz

Das Sicherheitsventil schließt sich, wenn das Gerät oder der Zulaufschlauch unkontrolliert Wasser verlieren.

Mengenautomatik oder Beladungskontrolle

Waschmaschinen erkennen mit Hilfe von Sensoren, mit wie viel Wäsche sie beladen sind. Wählen Sie die Gerätegröße nach ihren tatsächlichen Bedürfnissen aus – mittels Beladungserkennung reduziert sich zwar der Energieverbrauch bei Minderbeladung, der Verbrauch pro Kilogramm Wäsche liegt trotzdem höher.

Bauart

Es wird zwischen Front- (Türe vorne) und Topladern (Türe oben) unterschieden.

Geräuschentwicklung

Die Geräuschangabe in Dezibel (dB) wird nicht linear, sondern logarithmisch angegeben. Ein geringfügig höherer Wert kann bedeuten, dass das Gerät merkbar lauter wahrgenommen wird. Zum Beispiel entspricht ein um 3 dB höherer Wert einer Verdopplung des Geräuschpegels.