Ihr Weg zur eigenen Wärmepumpenheizung – Nachhaltige Energieversorgung im Haushalt

Der traditionelle Einsatz fossiler Brennstoffe zur Wärmeerzeugung hat nicht nur erhebliche Umweltauswirkungen, sondern wird auch finanziell zu einer immer größeren Belastung. Doch es gibt eine vielversprechende und nachhaltige Alternative: Wärmepumpen.

Ein Arbeiter schraubt an einer Wämrepumpe an einer Hauswand herum

iStock/welcomia

Dieser kurze Leitfaden soll Haushalten aufzeigen, wie sie von einem veralteten, fossilen Heizsystem auf eine moderne Wärmepumpenanlage umsteigen können. Dabei geht es nicht nur um eine effizientere und kostengünstigere Möglichkeit, Ihr Zuhause zu beheizen, sondern auch um einen bedeutenden Schritt in Richtung Klimaneutralität.

Bereit für ein nachhaltiges, effizientes und umweltfreundliches Heizsystem? Dann lassen Sie uns loslegen!

 

Der Weg zur eigenen Wärmepumpe

Grundsätzlich gibt es für alle Arten des Wohnbaus Wärmepumpenlösungen, sowohl für Einfamilien-, als auch für Mehrfamilienhäuser und sogar für Wohnungen. Allerdings unterscheiden sich diese maßgeblich hinsichtlich der Kosten, des Aufwands sowie der Effizienz der Wohnraumbeheizung. Daher sollten Sie sich fachliche Unterstützung holen, um sich bei der Wahl bestmöglich beraten zu lassen. Planungsfirmen und Installateursbetriebe kennen sich mit Planung, Bewilligung und Förderungen aus. Es ist aber durchaus sinnvoll, gut vorbereitet in ein Gespräch mit einer Fachfirma zu starten.

In den folgenden Punkten skizzieren wir für Sie möglichst kurz und greifbar, welche grundsätzlichen Fragen Sie klären können, bevor Sie in Kontakt mit einer Fachfirma oder einem Planungsbüro treten, und welche Schritte Sie auf dem Weg zur eigenen Wärmepumpenanlage durchlaufen sollten. Einen noch detaillierten Überblick über alle wichtigen Punkte sowie weiterführende Informationen bieten Ihnen die beiden klimaaktiv-Broschüren „So läuft Ihre Wärmepumpe rund – Tipps für die Planung und Installation“ und „Wegweiser zur guten Installation von Wärmepumpen“.

1) Abklärung der grundsätzlichen Eignung – Thermischer Zustand des Gebäudes

Wann ist eine Wärmepumpe für Sie realisierbar und empfehlenswert?

Insbesondere wenn Sie in einem Bestandsgebäude wohnen und Ihre Heizung auf eine Wärmepumpe umstellen möchten (es sich also nicht um einen Neubau handelt), spielt der thermische Zustand des Gebäudes eine zentrale Rolle bei der Entscheidung für oder gegen eine Wärmepumpe. Ein maßgeblicher Richtwert, mit dem sich feststellen lässt, ob eine Wärmepumpe ohne thermische Gebäudehüllen-Sanierungsmaßnahmen mit dem bestehenden Wärmeabgabesystem (am häufigsten sind das Heizkörper) effizient betrieben werden kann, ist die Vorlauftemperatur des betreffenden Heizkreises. Grundsätzlich gilt: Eine niedrige Vorlauftemperatur wirkt sich positiv auf die Effizienz der Wärmepumpe und daher auf die Heizkosten aus.

Die gute Nachricht ist, dass moderne Wärmepumpen – entgegen einer verbreiteten Annahme – auch in Gebäuden beziehungsweise Wohnungen mit Heizkörpern gut funktionieren. Moderne Wärmepumpen arbeiten heutzutage bei Vorlauftemperaturen bis 55 °C ähnlich effizient wie vor einigen Jahren bei 40 °C Vorlauftemperatur (Flächenheizungen wie Fußboden- und Wandheizungen). Zudem können an bestehenden Heizkörpern Lüfter montiert werden, um deren Wärmeabgabe bei niedriger Vorlauftemperatur zu erhöhen. Wo räumlich möglich, sollten eher größere Heizkörper eingebaut werden, die die benötigte Wärmemenge bei niedrigerer Vorlauftemperatur abgeben können.

Prinzipiell gilt: Wenn in Ihrem Haus an einem kalten Wintertag alle Wohnräume mit einer Vorlauftemperatur von maximal 55 °C ausreichend warm werden, ist Ihr Haus für den Einbau einer Wärmepumpe ohne weitere Maßnahmen geeignet.

Dennoch sollten einfache verbrauchssenkende Maßnahmen, die preiswert sind und sich schnell amortisieren, vor der Dimensionierung und dem Einbau einer Wärmepumpe eingeplant werden. Darunter fallen beispielsweise die Dämmung der obersten Geschoßdecke und ein hydraulischer Abgleich. Sie reduzieren damit den Leistungsbedarf der Wärmepumpe (und somit die Anschaffungskosten) sowie auch die benötigte Vorlauftemperatur. Jedes Grad Celsius weniger bei der Vorlauftemperatur verringert den Stromverbrauch Ihrer Wärmepumpe dabei um 2 bis 2,5 % pro Jahr. Niedrige Vorlauftemperaturen sind zudem auch ein wichtiges Kriterium bei der Vergabe von Bundes- und/oder Landesförderungen für den Einbau einer Wärmepumpe.

Eine Sanierung steigert überdies generell Ihren Wohnkomfort, da sich Ihr Haus dann insgesamt behaglicher anfühlt, sowie den Wert Ihres Hauses. Insbesondere wenn Ihre Fenster zugig sind, ist ein Austausch durch gut gedämmte, neue Fenster besonders empfehlenswert. Umfangreichere verbrauchssenkende Maßnahmen wie ein Austausch von Türen, eine Kellerdeckendämmung bis hin zu einer Fassadendämmung bringen weitere Vorteile. Mit einer unabhängigen, öffentlichen Energieberatung kann geklärt werden, inwieweit eine weitergehende Sanierung notwendig und sinnvoll ist, bevor eine Wärmepumpenanlage installiert wird.

Idealerweise besitzen Sie für Ihr Gebäude einen noch gültigen Energieausweis oder Sie lassen sich einen neuen ausstellen. Befugte Aussteller:innen finden Sie über Ihre zuständige Förderberatungsstelle im Amt Ihrer Landesregierung. Kontakte zu den Energieberatungsstellen in Ihrem Bundesland finden Sie auf der Website von klimaaktiv unter: topprodukte.at/services/energieberatungsstellen.

2) Wahl der Wärmequelle

Welche Wärmepumpe kommt für Sie in Frage?

Grundsätzlich kann die Wärme der Umgebungsluft, dem Grundwasser, dem Erdreich (via Flachkollektor oder Tiefenbohrung) oder Abwärmequellen wie einem Abwasserkanal oder der hauseigenen Lüftungsanlage entzogen werden. Diese vier Arten von Wärmepumpen unterscheiden sich maßgeblich bei den Bedingungen für eine Installation sowie auch hinsichtlich der Effizienz und der Kosten:

Während für die besonders effizienten Erd- und Wasserwärmepumpen ein Zugang zu einem Brunnen und/oder Tiefenbohrungen sowie dementsprechende Bewilligungen benötigt werden, erfordert die etwas weniger effiziente Luftwärmepumpe lediglich einen Platz für die Außeneinheit, welche die Umgebungsluft ansaugt. Dadurch verursachen Luftwärmepumpen in der Regel auch die geringsten Investitionskosten.

Neben der Vorlauftemperatur spielt auch die Temperatur der Wärmequelle eine entscheidende Rolle. Je höher die Quelltemperatur ist, desto besser. Bei Erd- und Wasserwärmepumpen sind daher Tiefenbohrungen bis zu 150 Meter oder Erdreichkollektoren mit circa 1,5 Metern Bodentiefe empfehlenswert.

Platzbedarf und Lärmemissionen

Darüber hinaus spielen oft auch der Platzbedarf des jeweiligen Wärmepumpentyps sowie die damit verbundenen Lärmemissionen eine Rolle.

Eine herkömmliche Luftwärmepumpe besteht beispielsweise aus einer Außen- und einer Inneneinheit. Diese Einheiten sollten maximal 15 Meter voneinander entfernt mit einem Höhenunterschied von maximal 3 bis 5 Metern aufgestellt werden, um die maximale Rohrleitungslänge zwischen ihnen nicht zu überschreiten. Prinzipiell sollten die Einheiten so nahe wie möglich am Heizraum aufgestellt werden. Allerdings setzen sich mittlerweile auch sogenannte Monoblock-Wärmepumpen auf dem Markt zunehmend durch, bei denen diese Abstände nicht unbedingt eingehalten werden müssen. Denn bei Monoblock-Wärmepumpen findet der Großteil des Wärmepumpenkreislaufs, inklusive Übergabe der Heizwärme an den Heizkreislauf, in der kompakten und leisen Außeneinheit statt. Das hat auch den Vorteil, dass zwei kleine Mauerdurchbrüche für Vor- und Rücklauf sowie Strom ausreichen. Bezüglich der Lärmemissionen gibt es Schallschutzauflagen und auch Abstandsregeln, die einzuhalten sind, wie weiter unten in Punkt 7) beschrieben.

Genauere Erläuterungen zu den verschiedenen Arten von Wärmepumpen finden Sie in den FAQ und im klimaaktiv-Wegweiser zur guten Installation von Wärmepumpen. Die Frage, welche Wärmequelle sich für Sie letztlich eignet, sollten Sie aber am besten in einer eingehenden Fachberatung klären.

3) Ihr persönlicher Heizbedarf

Welche Anforderungen an Ihr zukünftiges Heizsystem gibt es?

Bevor Sie eine Fachfirma kontaktieren, sollten Sie folgende Informationen parat haben:

  • Welche Art von Heizsystem in Ihrem Wohnbau derzeit installiert ist (z. B. Gasheizung, Ölheizung, Stromdirektheizung, Pellets-Heizung etc.) und wie alt dieses Heizsystem ist
  • Welches Wärmeabgabesystem Sie derzeit installiert haben oder planen (Heizkörper, Fußbodenheizung etc.)
  • Wie groß die Fläche ist, die beheizt werden muss (= beheizte Wohnfläche)
  • Wie groß Ihr derzeitiger Heizbedarf ist (z. B. in kWh, Menge an Heizöl etc.)
  • Wie Ihre Warmwasserbereitung derzeit erfolgt (z. B. gemeinsam mit dem Hauptheizsystem oder gesondert mit Elektro-Durchlauferhitzer etc.) und ob Sie diese in Zukunft auch mit Ihrer geplanten Heizwärme- oder auch – eventuell noch effizienter – mit einer separaten Brauchwasser-Wärmepumpe aufbereiten wollen

Mit diesen Informationen können Sie auch bereits eine erste grobe Abschätzung der ungefähren Heiz- und Investitionskosten verschiedener Heizsysteme vornehmen, die für Ihr Wohngebäude in Frage kommen. Hierfür eignet sich z. B. der Heizungs-Quick-Check, der vom Wärmepumpenverband Österreich zur Verfügung gestellt wird:
https://www.waermepumpe-austria.at/dienste/heizungs-quick-check

Ein weiteres Berechnungstool, das an dieser Stelle hilfreich sein kann, wurde vom Energieinstitut Vorarlberg und von klimaaktiv entwickelt. Es schätzt die voraussichtliche Effizienz (Jahresarbeitszahl, kurz: JAZ) und damit die Stromkosten einer Wärmepumpe ab. Darüber hinaus bewertet es die ökologische Wirkung einer Wärmepumpe im Vergleich zu anderen Heizsystemen: https://www.energieinstitut.at/tools/machvier/

4) Profisuche

Wählen Sie eine kompetente Unterstützung

Haben Sie sich dazu entschieden, die Installation einer Wärmepumpe weiterzuverfolgen, geht es als Nächstes darum, den richtigen Fachbetrieb für die Umsetzung zu finden. Für eine kompetente Beratung, Planung und Installation sollten Sie sich zertifizierte Fachleute in Ihrer Nähe suchen. Dafür stehen Ihnen z. B. die Suchplattformen des Austrian Institute of Technology – AIT und des österreichischen Wärmepumpenverbands zur Verfügung:

5) Planung und Auslegung der Anlage

Legen Sie Ihre neue Heizungsanlage optimal aus

Mit dem richtigen Fachbetrieb können Sie sich nun an die eigentliche Planung machen.

Damit der Fachbetrieb ihre Heizungsanlage optimal auslegen kann, sollten Sie sich darüber Gedanken machen, ob alle Räume in Ihrem Wohnbau gleichermaßen beheizt werden müssen. Außerdem sollten Sie auch ein wenig vorausdenken und überlegen, ob sich Ihr Heizbedarf in Zukunft ändern könnte, beispielsweise durch einen Um- oder Ausbau der zu beheizenden Fläche.

Anhand der notwendigen Heizlast wird die passende Anlagengröße errechnet. Achten Sie darauf, dass die Berechnung gemäß den derzeit geltenden Normen erfolgt.

6) Qualität der Wärmepumpe

Qualität zahlt sich aus

Achten Sie bei der Anschaffung einer Wärmepumpe auch auf die Qualitätsnachweise: Das Wärmepumpengütesiegel des Europäischen Wärmepumpenverbands (EHPA) bestätigt die Einhaltung grundlegender Qualitäts- und Effizienzanforderungen eines Produktes. Außerdem müssen Wärmepumpen seit 2015 mit einem EU-Energielabel versehen sein, das ihre Energieeffizienz bewertet – wie es auch schon bei Waschmaschinen und Leuchtmitteln üblich ist.

7) Abklärung von Genehmigungen

Welche Bewilligungen sind für die Installation einer Wärmepumpenanlage erforderlich?

Welche Genehmigungen Sie benötigen, hängt von der Art Ihrer gewählten Wärmepumpe ab. Für die gängigsten Luftwärmepumpen sind im Normalfall keine Genehmigungen erforderlich, allerdings sind Richtlinien bezüglich Lärm zu berücksichtigen. Es empfiehlt sich, bei der Auswahl der Luftwärmepumpe auf den Schallpegel zu achten (niedrige Schallleistungswerte) sowie einen Aufstellort zu wählen, der in möglichst großer Entfernung zu etwaigen Nachbarn liegt. Die Planungsrichtwerte für Wohngebiete (siehe ÖNORM S 5021) liegen während der Nacht bei maximal 30 dB(A) an der Grundstücksgrenze. Auch sollte man die Wärmepumpe nicht in Innenhöfen aufstellen, um eine Lärmbelästigung der umliegenden Wohneinheiten zu vermeiden.

Im Falle einer Wasser- oder Erdwärmepumpenanlage sind spezielle Genehmigungen erforderlich, etwa für Tiefenbohrungen, um Erdsonden zu installieren. Lassen Sie sich hier am besten von einem Planungsbüro ausführlich über Ihre Möglichkeiten beraten.

8) Abklärung von Förderungsmöglichkeiten

Welche finanziellen Unterstützungen gibt es für Ihre Investition?

In Österreich gibt es mehrere attraktive Förderungen, die den Einbau eines nachhaltigen Heizsystems finanziell unterstützen, so auch im Fall von Wärmepumpen. Diese Förderungen werden meist als Direktzuschuss einmalig ausbezahlt.

Zum einen gibt es die bundesweite Förderung „Raus aus Öl und Gas“, bei der Betriebe und Haushalte beim Umstieg von einem fossilen auf ein nachhaltiges Heizsystem mit bis 75 % der Kosten unterstützt werden. Zusätzlich dazu werden auch von den einzelnen Bundesländern unterschiedlich hohe Förderungen zur Verfügung gestellt (Landesförderungen). Für einkommensschwächere Haushalte gibt es außerdem die Aktion „Sauber heizen für alle“, bei der die Investition in eine neue nachhaltige Heizungsanlage bis zu 100 Prozent gedeckt werden kann.

Infos dazu finden Sie unter:

Es lohnt sich auch, in der eigenen Gemeinde nachzufragen – zusätzlich zum Angebot des Bundes und der Länder gibt es in vielen Gemeinden noch weitere Förderungen für den Heizungstausch.

Eine detaillierte Tabelle der möglichen Förderungen für Wärmepumpen, Erdwärme sowie Heizungssanierung gibt es auch vom Wärmepumpenverband. Hier finden Sie Förderungen von Bund, Ländern und Gemeinden:

Seit 2022 können außerdem die Kosten für die thermische Gebäudesanierung und den Heizkesseltausch von fossilen auf erneuerbare Energieträger steuerlich geltend gemacht beziehungsweise abgesetzt werden:

Bei umfassenden Gebäudesanierungen (an Gebäudehülle, inklusive Heizungstausch) lohnt sich auch eine Beratung bei den Wohnbauförderstellen der Bundessländer. Umfassende Sanierungen werden vielfach mit deutlich höheren Fördersätzen bedacht als Einzelmaßnahmen, die häufig bei den Energieförderungsstellen der Bundesländer abgewickelt werden (wie z. B. die zuvor genannten einmaligen Investitionszuschüsse).

Fernwärmeanschluss möglich?

Manche Bundesländer fördern den Einbau einer Wärmepumpe nicht oder nur die Wärmepumpe (ohne Quellenanlage), sofern ein Anschluss ans nächstgelegene Fernwärmenetz möglich ist. In diesem Fall ist die Installation einer Wärmepumpe voraussichtlich mit höheren Kosten verbunden. Am besten erkundigt man sich direkt beim Betreiber des lokalen Fernwärmenetzes, ob ein Anschluss des eigenen Haushaltes möglich ist. Lehnt der Betreiber das ab, können Förderungen für den Einbau einer Wärmepumpe beantragt werden.

9) Angebotsvergleich und Beauftragung der Anlagenerrichtung

Wählen Sie das beste Angebot

Anhand der Informationen, die Sie in den bisherigen Schritten gesammelt haben, und mithilfe einer eigens dafür entwickelten Checkliste (klimaaktiv-Wegweiser, Seite 31) können Sie sich nun für das beste Angebot entscheiden. Die Checkliste hilft beim Vergleich zweier Angebote und stellt sicher, dass die Angaben vollständig sind.  

Sind alle Punkte entsprechend Ihren Anforderungen abgedeckt, können Sie im nächsten Schritt den Auftrag für das ausgewählte Angebot erteilen. Dabei sollten Sie beachten, dass es sich bei dem Bau-/Errichtungsvertrag, den Sie mit der Installationsfirma abschließen, um einen Werkvertrag handelt. Das Angebot muss so ausführlich formuliert sein, dass Sie es mit bloßer Erklärung, ohne Notwendigkeit zusätzlicher Vereinbarungen, annehmen können.

Beachten Sie dabei, dass Sie den Auftrag nicht mündlich, sondern ausschließlich schriftlich erteilen und dabei jedenfalls einen Hinweis auf die wesentlichen Bestellkriterien formulieren sollten, die zuvor in der Angebotseinholung, den Angeboten und den klärenden Gesprächen vereinbart wurden. Falls es nach der Inbetriebnahme der Anlage zu Unklarheiten kommt, können Sie sich auf diese Kriterien berufen.

10) Installation und hydraulischer Abgleich

So wird die Wärmepumpe richtig installiert

Im Zuge der Installation Ihrer Wärmepumpenanlage sollte, wie bei allen Arten von Heizungstausch oder -einbau, unbedingt ein hydraulischer Abgleich von Wärmequelle und Wärmeverteilung durchgeführt werden. Dabei werden die Strömungsraten sowie die Ventilgrößen und Druckverhältnisse im Heizsystem so angepasst, dass die Wärme gleichmäßig im gesamten Wohnbereich verteilt wird und das System so effizient wie möglich arbeitet. Für den hydraulischen Abgleich müssen auch die nötigen Armaturen und Messstutzen eingebaut werden. Der Abgleich muss gruppen- und raumweise möglich sein. Sprechen Sie Ihre Installationsfirma am besten direkt darauf an.

Des Weiteren können Sie bei der Installation der Wärmepumpenanlage auch einen Zähler einbauen lassen, der die erzeugten Wärmemengen, den Stromverbrauch und die Betriebsstunden der Wärmepumpe sichtbar macht.

Generell sollte die Anlage so installiert werden, dass die Anforderungen bezüglich des hydraulischen Abgleichs, des Abnahmeprotokolls und der Anlagendokumentation entsprechend den angeführten Kriterien der „Checkliste: Abnahme Wärmepumpenanlage“ im klimaaktiv-Wegweiser auf Seite 33 erfüllt sind.

11) Inbetriebnahme und Übergabe

Es kann losgehen!

Nach der Inbetriebnahme der Wärmepumpenanlage erfolgt die Übergabe. Achten Sie darauf, dass die Installationsfirma mit Ihnen eine geordnete Übergabe durchführt, in der beispielsweise überprüft wird, ob die Installation ordnungsgemäß und normgerecht erfolgt ist. Die Person, die ihre Anlage installiert hat, sollte Ihnen mit der Anlagendokumentation auch ein Übergabeprotokoll aushändigen, das die Vollständigkeit aller ausgeführten Schritte der Inbetriebnahme bestätigt. Ein unterschriebenes Protokoll sollten Sie sowohl bei der Inbetriebnahme als auch bei der Reparatur oder Wartung Ihrer Anlage bekommen.

Auch die „Checkliste: Abnahme Wärmepumpenanlage“ von klimaaktiv können sie zusätzlich ausfüllen und unterschreiben lassen.

Zuletzt sollten Sie in den Betrieb Ihrer neuen Wärmepumpe gut eingeschult werden. Fragen Sie aktiv nach der Funktionsweise der Anlage, der ordnungsgemäßen Bedienung und den Maßnahmen im Fall einer Störung. Lassen Sie sich auch erklären, welche Schritte Sie vor und nach der Heizperiode setzen müssen, damit Sie mit Ihrer Wärmepumpe lange zufrieden sein können.

FAQ Wärmepumpen

Wie funktioniert eine Wärmepumpe?

Die Wärmepumpe wandelt Umweltwärme in Heizwärme um. Umweltwärme kann dabei beispielsweise aus der Umgebungsluft, aus dem Grundwasser oder aus dem Erdreich bezogen werden. Diese Umweltwärme wird genutzt um ein Kältemittel zu erwärmen und damit zu verdampfen. Der Siedepunkt der genutzten Kältemittel liegt im Bereich der Temperatur der Wärmequelle. Das heißt die Temperatur der Quelle lässt sich nutzen um das Kältemittel ohne weiteren Energieeinsatz zu verdampfen. Anschließend wird das Kältemittel unter Einsatz eines Kompressors verdichtet, dies erhöht sowohl den Druck als auch die Temperatur. In weiterer Folge gibt das erwärmte Kältemittel die gespeicherte Energie an den Heizkreislauf ab. Dadurch erhöht sich die Temperatur im Heizkreislauf, das Kältemittel kühlt sich ab und verflüssigt sich. Über ein Expansionsventil nimmt der Druck wieder ab, das Kältemittel kehrt also auf das ursprüngliche Druckniveau zurück und kann erneut verwendet werden. Im Zuge der Prozessführung wird das Kältemittel nicht verbraucht, sondern im Kreislauf geführt.

Welche Arten von Wärmepumpen gibt es?

Die drei häufigsten Quellen für Umweltwärme im Haushaltsbereich sind Wärme aus Wasser, dem Erdreich und aus der Umgebungsluft. Die genutzte Wärmequelle wirkt sich auf die Bauweise der Wärmepumpe aus. Ebenso haben das gewählte Kältemittel und der Verwendungszweck Einfluss auf die Bauweise der Wärmepumpe. Wärmepumpen können sowohl zur Raumheizung als auch zur Bereitstellung von Warmwasser genutzt werden. Auch die passive und aktive Raumkühlung sind ein an Bedeutung gewinnender Einsatzbereich von Wärmepumpen.

Luft-Wasser-Wärmepumpen und Luft-Luft-Wärmepumpen: Entziehen der Umgebungsluft oder Abluft Wärme und geben sie an das Heizsystem ab. Wasser-Wasser-Wärmepumpen: Diese Arten der Wärmepumpe nutzen Wärme aus Grundwasser, Oberflächengewässern oder die Abwärme aus Industrieprozessen und geben diese an das Heizsystem ab. Sole-Wasser-Wärmepumpen: Beziehen Wärme aus dem Erdreich oder einem Speicher oder nutzen industrielle Abwärme und erwärmen damit das Heizsystem.

Wo können Wärmepumpen eingesetzt werden?

Die bekanntesten Anwendungsgebiete für Wärmepumpen sind die Erzeugung von Wärme für die Raumheizung und die Erwärmung von Wasser für Privathaushalte. Zunehmend gewinnt auch die Nutzung von Wärmepumpen zur Raumkühlung an Bedeutung. In der Industrie werden Wärmepumpen vermehrt genutzt, beispielsweise um industriell entstandene Abwärme wieder in den Produktionsprozess zu integrieren oder vorhandene Bürogebäude im Winter zu heizen. Immer mehr produzierende Betriebe setzen aus Kosten- und Nachhaltigkeitsgründen auf diese Technologie. Zunehmend kommen Wärmepumpen auch in Fern- und Nahwärmenetzen zum Einsatz.

Welche Begriffe sollte ich kennen?

Coefficient of Performance (COP)

Die Effizienz einer Wärmepumpe lässt sich über das Verhältnis der erzeugten Wärmeleistung und der eingesetzten Antriebsenergie ermitteln. Der COP wird (im Gegensatz zur Jahresarbeitszahl) experimentell unter normierten Laborbedingungen (Prüfnorm EN14511) zu einem gewissen Zeitpunkt ermittelt und soll eine Auskunft über die Effizienz eines Herstellermodells unter immer gleichen Bedingungen bieten. Bedingungen wie sie in der Realität herrschen werden nicht zur Ermittlung des COP herangezogen. Der COP ist oft in Verkaufsprospekten zu finden.

Jahresarbeitszahl (JAZ)

Die tatsächliche Effizienz einer Wärmepumpe kann besser über die Jahresarbeitszahl abgebildet werden. Sie bezeichnet das Verhältnis der über das Jahr produzierten Wärmemenge unter wechselnden Bedingungen im Vergleich zur eingesetzten Strommenge. Die Arbeitszahl hängt maßgeblich von der aktuellen Quellentemperatur und der Vorlauftemperatur der Heizung ab. Die JAZ lässt sich entweder direkt im Betrieb der Wärmepumpe (über eigens installierte Wärmemengen- und Strommesser) berechnen, oder sich mittels Simulationstools annähern. Die Annäherung der JAZ über solche Tools ist zwar aufwendiger und ungenauer als eine Direktmessung, dafür lässt sich die JAZ so bereits vor Kaufentscheidung ermitteln und liefert beispielsweise wichtige Informationen über die Wirtschaftlichkeit der Wärmepumpe. Als Faustregel gilt: Je größer die Jahresarbeitszahl, desto effizienter arbeitet die Wärmepumpe. Das heißt je weniger Strom zur Erzeugung einer gewissen Wärmemenge eingesetzt werden muss, desto effizienter die Wärmepumpe.

Vorlauftemperatur

Die Vorlauftemperatur beschreibt die Temperatur, auf die das Heizwasser vom Heizsystem erwärmt wird. Konventionelle Heizkörper benötigen beispielsweise höhere Vorlauftemperaturen als eine Fußbodenheizung. Bei der Frage mit welcher Vorlauftemperatur ihre bestehenden Heizkörper am kältesten Tag des Jahres versorgt werden müssen, unterstützt das klimaaktiv Tool zur Heizleistungsberechnung.

Quellentemperatur

Die Quellentemperatur ist jene Temperatur, die in der Wärmequelle der Wärmepumpe herrscht. Zum Beispiel ist dies die Temperatur des Erdreichs im Bereich einer Erdwärmesonde oder die Temperatur der angesaugten Luft einer Luftwärmepumpe. Diese Temperatur wird von der Wärmepumpe genutzt.

Kältemittel

Kältemittel werden benötigt um die Wärmepumpe zu betreiben. Sie haben definierte physikalische Eigenschaften aufgrund derer die Nutzung der Umweltwärme ermöglicht wird. Viele Kältemittel sind bei Austritt aus dem Wärmepumpenkreislauf klimawirksam. Derzeit sind Kältemittel mit geringerem Treibhauspotential in Entwicklung und kommen in immer mehr Wärmepumpentypen zum Einsatz.

Treibhauspotential

Das Treibhauspotential oder Global Warming Potential (GWP) beschreibt den Einfluss eines Stoffes (z.B. Kältemittel) auf den Treibhauseffekt über einen gewissen Zeitraum. Für eine Vergleichbarkeit wird die Treibhauswirkung auf die Bezugsgröße CO2 (Kohlenstoffdioxid) gerechnet und in CO2-Äquivalenten angegeben. Je höher das Treibhauspotential eines Stoffes, desto stärker trägt er in der Atmosphäre zum Treibhauseffekt und damit zur Erderwärmung bei.

Wie effizient ist eine Wärmepumpe?

Die Effizienz einer Wärmepumpe lässt sich gut über die Jahresarbeitszahl (JAZ) beschreiben. Die JAZ lässt sich rechnerisch aus dem Verhältnis von erzeugter Wärme zu eingesetztem Strom unter realen Betriebsbedingungen über ein Jahr hinweg erhalten. Über digitale Tools lässt sich durch Eingabe einiger wichtiger Parameter eine auf die individuelle Wohnsituation ausgelegte Wärmepumpe berechnen. Je genauer die benötigten Parameter bekannt sind, desto besser lässt sich die Wärmepumpe dimensionieren. So lässt sich die Effizienz der Wärmepumpe schon bei der Installation optimieren. Als Faustregel gilt: Moderne Wärmepumpen erreichen JAZ von 3-5. Der Wert ist stark von der Differenz zwischen benötigter Temperatur und Temperatur der Quelle abhängig. Je höher die JAZ, desto geringer die verbrauchte Menge an Strom und damit auch die CO2-Emissionen der Wärmepumpe.

Wie hoch ist die Lebensdauer einer Wärmepumpe?

Wärmepumpen haben eine ungefähre Lebensdauer von 15-20 Jahren. Dies ist mit der durchschnittlichen Lebensdauer anderer Wärmeerzeugungstechnologien vergleichbar. Durch optimale Dimensionierung und regelmäßige Wartung lässt sich die Lebensdauer positiv beeinflussen. Eine falsche Dimensionierung der Wärmepumpe kann sich negativ auf die Lebenszeit auswirken.

Welche rechtlichen Rahmenbedingungen muss ich beachten?

Die rechtlichen Rahmenbedingungen bei Bau und Installation von Wärmepumpen ändern sich je nach genutzter Umweltwärmequelle.

  • Thermische Grundwasserwärmepumpen sind jedenfalls laut WRG1959 wasserrechtlich bewilligungspflichtig.
  • Erdwärmesonden in Gebieten mit gespannten oder artesisch gespannten Grundwasservorkommen sind ebenso bewilligungspflichtig.
  • Auch für den Bau von Erdwärmesonden in wasserrechtlich besonders geschützten Gebieten laut WRG 1959 sowie in geschlossenen Siedlungsgebieten ohne zentrale Trinkwasserversorgung gilt Bewilligungspflicht.
  • Anlagen, die Oberflächengewässer nutzen, sind ebenso bewilligungspflichtig laut WRG 1959.
  • Die Verlegung von Erdkollektoren für die keine wasserrechtliche Bewilligungspflicht herrscht, ist zumindest anzeigepflichtig.

Je nach Bundesland können weitere Anzeige- und Genehmigungspflichten gelten.

Die Bewilligungspflicht von Luftwärmepumpen ist je Bundesland unterschiedlich geregelt. Einige Bundesländer regeln die Bewilligungspflicht für Luftwärmepumpen per Baurecht oder im Heizungsanlagenrecht, andere über zivilrechtliche Bestimmungen.

Nähere Informationen dazu auf laerminfo.at/ueberlaerm/laermquellen/luftwaermepumpen

Muss eine Wärmepumpe gewartet werden?

Wärmepumpen gelten im Allgemeinen als wartungsarme Technologie. Wärmepumpenhersteller:innen und Installateur:innen bieten Wartungsverträge für Wärmepumpen an. Hersteller:innen empfehlen Wartungsintervalle von 1-3 Jahren. Eine gesetzliche Wartungspflicht für Wärmepumpen besteht derzeit nicht.

Sind Wärmepumpen nachhaltig?

Wärmepumpen gelten als umweltfreundliche Technologie. Es gilt jedoch einige Aspekte zu beachten. In Wärmepumpen kommt Kältemittel zum Einsatz. Dieses Kältemittel besteht oft aus fluorierten Kohlenwasserstoffen, die bei Leckage treibhauswirksam sind. Ein Austritt dieser Kältemittel kann jedoch durch fachkundige Installation der Wärmepumpe und regelmäßige Wartung und Dichtheitskontrolle verhindert werden. Zudem sind derzeit weniger klimaschädliche Alternativen in Entwicklung und kommen bereits vermehrt zum Einsatz. Wärmepumpen entziehen einem Medium Wärme und machen diese im Heizsystem nutzbar. Dazu wird auch Strom benötigt. Dieser Strom beeinflusst je nach seiner Herkunft die CO2-Bilanz von Wärmepumpen.

Der Einsatz von Wärmepumpen wirkt sich auch auf die Temperatur der genutzten Wärmequelle aus. Grundwasserwärmepumpen bedürfen einer wasserrechtlichen Genehmigung, um mögliche negative Umweltauswirkungen der Abkühlung bzw. Erwärmung des Grundwassers auszuschließen.

Gibt es Förderungen für Wärmepumpen?

Um den Ausstieg aus fossilen Energieträgern zur Wärmeerzeugung zu beschleunigen und die Abhängigkeit von fossilen Ressourcen zu vermindern, werden erneuerbare Energien in Österreich durch den Bund und die Bundesländer gefördert. Mit ‚Raus aus Öl und Gas‘ 2023/2024 bietet der Bund Förderungen für Privatpersonen.

Auch im Zuge des Programms ‚Sauber Heizen für Alle‘ für Private 2023 fördert der Bund unter gewissen Voraussetzungen den Bau einer Wärmepumpe. Ebenso gibt es für Betriebe, Vereine und konfessionelle Vereinigungen mehrere Fördermöglichkeiten zum Ausstieg aus fossilen Energieträgern mittels Installation einer Wärmepumpe. Auch die Bundesländer unterstützen die Bemühungen von Privaten und Betrieben beim Bau einer Wärmepumpe. Weitere Informationen dazu sind auf umweltfoerderung.at/ zu finden.