Heizspartipps

In Österreichs Haushalten schlummert großes Energiesparpotenzial, vor allem beim Heizen.

Oma liest an Heizung Stromrechnung

iStock/c_Marina113

Der Energieverbrauch für das Heizen ist in den meisten Haushalten wesentlich höher als der Energieverbrauch für den Haushaltsstrom. Durchschnittlich fallen etwa 70% der gesamten Energie in einem Haushalt auf das Heizen. Eine Ausnahme bilden Passiv- und Niedrigstenergiehäuser: Dort wird für Haushaltsgeräte und auch für das Warmwasser gleich viel oder sogar mehr Energie gebraucht als für das Heizen.

In älteren und ungedämmten Gebäuden geht mehr Wärme durch Wände, Dach, Fensterflächen und undichte Stellen verloren als in neuen oder sanierten Gebäuden. Diese Energie muss die Heizung ständig nachliefern.

Natürlich spielt auch die Größe des Gebäudes eine Rolle: In einem freistehenden Einfamilienhaus wird meist mehr Energie für das Heizen gebraucht als in einer Wohnung, die an andere Wohnungen angrenzt.

Durchschnittlicher Energieverbrauch Heizen

HaushaltWohnflächeBewohner:innenEnergieverbauch FernwärmeGas (Kubikmeter)Heizöl (Liter)

Wärmepumpe- Strom (kWh- Kilowattstunden)

Neubauwohnung50 m213.100 kWh310 m3  
Altbauwohnung50 m227.000 kWh700 m3  
Neubauwohnung75 m214.180 kWh418 m3  
unsaniertes Einfamilienhaus am Land170 m2231.350 kWh3.135 m33.135 Liter 
Einfamilienhaus 2000er Jahre250 m2433.750 kWh3.375 m33.375 Liter9.700 kWh (JAZ 3,5)

Wie komme ich zu meinem Energieverbrauch für das Heizen?

Je nach Heizungssystem gibt es unterschiedliche Wege, den Energieverbrauch für die Heizung im Blick zu behalten. Den Verbrauch zu dokumentieren ist immer sinnvoll. Ganz besonders empfehlen wir das, falls Sie an Energiesparmaßnahmen durch Temperaturabsenkung oder Dämmen denken.

Gasheizung oder Fernwärme

Bei einer Gasheizung oder Fernwärme erhalten Sie wie bei beim Strom eine Jahresabrechnung vom Energieversorger. Auf dieser Rechnung ist der Verbrauch angeführt. Sollten Sie keine Rechnung bei der Hand haben, können Sie beim Energieversorger anfragen, teilweise ist das auch über ein Onlineportal möglich.

Wärmepumpe

Bei einer Wärmepumpe versteckt sich der Energieverbrauch für das Heizen in der Stromrechnung. Daher kann eine Stromrechnung aus einem Haushalt mit Wärmepumpe nicht ohne Weiteres mit anderen Stromrechnungen verglichen werden. Wieviel Strom auf die Wärmepumpe entfällt, kann teilweise über das Gerät ausgelesen werden. Wenn das nicht möglich ist können Sie sich über Umwege dem Verbrauch annähern, zum Beispiel über Ihren Energieausweis. Alles über Wärmepumpen erfahren Sie auf unseren Seiten zum Heizen.

Öl- oder Pelletheizung, Stückholzheizung, Allesbrenner

Bei einer Öl- oder Holzheizung muss der Brennstoff auf Vorrat eingekauft werden. Meist kaufen Haushalte einmal, manchmal auch mehrmals im Jahr ein. Der Verbrauch ist natürlich im Winter größer, daher sollten Sie für die Abschätzung, wieviel Energie pro Jahr verbraucht wird, immer den Zeitraum eines ganzen Jahres oder besser noch über mehrere Jahre heranziehen. Auch ein Füllstandsanzeiger kann helfen, den Verbrauch für ein Jahr im Blick zu behalten, insbesondere wenn Sie einen großen Heizöltank im Keller haben.

Energiespartipps Heizen

Raumtemperatur

Den größten Einfluss auf Ihren Heizenergiebedarf üben Sie damit aus, auf welchem Temperaturniveau Sie Ihre beheizten Räume über die gesamte Heizsaison halten wollen. Wenn Sie die Innenraumtemperatur über die ganze Heizperiode um 2 °C senken (zum Beispiel von 22 auf 20 °C), so reduziert das Ihre jährliche Heizkostenrechnung um 12 % (circa 6 % weniger pro Grad Celsius geringere Raumtemperatur). Das entspricht bei herkömmlichen Thermostaten einem Herunterdrehen von Stufe 3,5 auf Stufe 3 (bei einer fünfstufigen Skala liegen zwischen jeder Stufe etwa 4 Grad Celsius). Stufe 4 bedeutet circa 24 °C, also 24 % mehr Heizenergiebedarf als bei Stufe 3 (20 °C) . Es zahlt sich also – nicht nur für die Umwelt aus, wenn Sie sich auch in Ihren Innenräumen eher dem Winter gemäß bekleiden und Ihre Sommerbekleidung im Schrank lassen.

Ohne Komfortverlust können Sie das noch weiter vorantreiben, wenn Sie – sofern Ihr Gebäude beziehungsweise Ihre Wohnung eher rasch auskühlt – die Innenraumtemperaturen über Nacht um ein paar Grad, zum Beispiel auf 18°C absenken, vor allem wenn die Wohnung morgens schnell wieder warm wird. Am komfortabelsten geht dies – sofern nicht sowieso vorhanden – mittels digitaler Thermostate, die nachgerüstet werden können. Hier können Sie für jeden Tag und jeden Heizkörper einen Temperaturverlauf eingeben und etwa für längere Abwesenheiten (eine Temperaturabsenkung) voreinstellen. Im Schlafzimmer empfinden viele Personen Temperaturen um 16 - 18 °C als angenehm. Auch in der Küche reichen 18 - 20 °C. In Wohn- und Kinderzimmern sollten 20 - 22°C ausreichen. Das entspricht Stufe 3 bei herkömmlichen Thermostaten. Nur im Bad können höhere Temperaturen (23 °C) angemessen sein. Teilweise geht dies alles auch schon per App, unabhängig von Ihrem momentanen Aufenthaltsort in Echtzeit.

Sorgen Sie für die richtige Luftfeuchtigkeit im Raum: Bei gleichen Temperaturniveaus wird trockene Luft als kälter empfunden als feuchte Luft. Die optimale Luftfeuchtigkeit im Raum sollte zwischen 30 % und 55 % liegen. Zimmerpflanzen helfen dabei eine behagliche Luftfeuchtigkeit zu erreichen.

Luftzirkulation

Anknüpfend an das zuvor Beschriebene macht es für eine Senkung des Heizenergiebedarfs auch Sinn, Türen zu niedriger temperierten Räumen zu schließen, insbesondere zum Flur oder zum Keller und Dachboden. So vermeiden Sie weitere Heizenergiekosten beziehungsweise einen unnötigen Heizenergiebedarf. Auf diese Weise können Sie zum Beispiel in Einfamilienhäusern bis zu 5 % der Heizenergie einsparen.

Da die häufig vorhandenen Radiatoren die zugeführte Wärme nicht nur über Strahlungswärme, sondern auch über Luftzirkulation in den beheizten Raum hinein verteilen, ist es ratsam die Heizkörper in beiderlei Hinsicht frei zu halten. Das bedeutet, dass Sie Heizkörper nicht mit Möbel et cetera verstellen, mit schweren Vorhängen zuhängen oder zum Wäschetrocknen verwenden sollten. Ansonsten stellt sich erst bei deutlich höheren Temperaturniveaus Behaglichkeit ein und Sie verbrauchen unnötig viel Heizenergie.

Richtiges Abdichten und Lüften

Beheizte Gebäude oder Wohnungen verlieren über Undichtigkeiten in der Gebäudehülle und aktive Fensterlüftung circa 10 bis 15 % der Heizenergie. Beide Verlustquellen lassen sich mit einfachen Mitteln dauerhaft reduzieren und dies trägt dazu bei, Ihre Heizenergiekosten zu reduzieren. Dichten Sie Ihre Fenster und Außentüren mit einfachen Mitteln (zum Beispiel Dichtstreifen oder Polster bei Kastenfenstern) ab. Vergessen Sie nicht auf Türen zu unbeheizten Räumen des Hauses, wie zum Beispiel zum Keller oder zum Dachboden, oder auch die Wohnungstür zum kalten Treppenhaus. Auf diese Weise können Sie bis zu 5 % der Heizenergie einsparen.

Besonders bei alten, undichten Fenstern können auch nachts geschlossene dicke Vorhänge oder – wenn vorhanden – Außenrollos helfen, den Heizenergiebedarf noch weiter zu senken.

Lüften Sie Ihre Räumlichkeiten nicht konstant mit gekippten Fenstern, sondern mittels Stoßlüftung. Lüften Sie mindestens zehn Minuten, im Winter am besten tagsüber. Wenn mehr Personen zu Hause sind, sind längere Lüftungszeiten oder Querlüften über andere Fenster oder eine Tür zu empfehlen. So kann frische Luft in den Raum gelangen und trotzdem eine stärkere Auskühlung vermieden werden: je kälter die Außentemperatur, desto kürzer die Lüftungszeit. Auf diese Weise können Sie gut 5 % der Heizenergie einsparen.

Achten Sie in der kalten Jahreszeit beim Lüften nicht nur auf einen ausreichenden Luftwechsel für Ihr Wohlbefinden, sondern vermeiden Sie – vor allem bei erhöhter Innenraum-Luftfeuchtigkeit – auch etwaige Kondensat- oder im schlimmsten Fall Schimmelbildungen an Stellen, wo die Gebäudehülle schlecht wärmegedämmt ist. In diesem Fall: drei- bis viermal am Tag mit weit geöffneten Fenstern stoßlüften. Denken Sie dabei daran, zuvor die Thermostatventile Ihrer Radiatoren zu schließen, damit die Heizung nicht während der Lüftung hochfährt.

Heizkörper entlüften

Gluckert der Heizkörper oder wird nicht mehr richtig warm und das bei voll aufgedrehtem Thermostat, hat sich im Heizkörper Luft gesammelt. Diese verhindert die richtige Zirkulation des Heizwassers und senkt die Wärmeabgabe des Heizkörpers. Dadurch steigen Heizkosten.

Wartung

Es empfiehlt sich zudem, Ihre Heizung regelmäßig zu warten und winterfit zu machen. Achten Sie bei der Gelegenheit zum Beispiel darauf, dass die Heizungsrohre und Armaturen, vor allem im Keller, ausreichend gedämmt sind. Auf diese Weise können Sie gegebenenfalls einige Prozentpunkte der Heizenergie einsparen.

Entlüften Sie die Heizung, wenn Sie ein Gluckern in den Rohren oder Heizkörpern hören. Möglicherweise können Sie dies mit einem Entlüftungsschlüssel selbst tun oder im Zweifelsfall eine Installateurin oder einen Installateur damit beauftragen. Die Entlüftung kann auch an den Verteilern der Fußbodenheizung durchgeführt werden. Auf diese Weise können Sie bis zu 1,5 % der Heizenergie einsparen.

Bagatell- beziehungsweise geringe Investitionen mit großer Wirkung

Verwenden Sie programmierbare Thermostate: Oft laufen Heizungen den ganzen Tag, obwohl in manchen Fällen niemand zu Hause ist. Programmierbare Thermostate können so eingestellt werden, dass sich Ihre Heizung kurz vor Ihrem Nachhausekommen einschaltet: Sie finden ein kuschelig warmes Zuhause vor, ohne dass die Heizung den ganzen Tag laufen muss.

Alte, nicht drehzahlvariabel arbeitende Heizungs-Umwälzpumpen zählen zu den größten Stromfressern im Haus. Mit relativ wenig Geld und Aufwand lassen sich mit effizienten Umwälzpumpen unter Umständen gleich mehrere 100 kWh/a Strom einsparen. Eine alte Umwälzpumpe kann durchaus 200 bis 400 kWh/a verbrauchen, eine moderne, elektronisch gesteuerte kommt gut und gerne mit 50 kWh/a aus.

Eine Wärmedämmung der obersten Geschossdecke ist dort, wo sie noch nicht realisiert wurde, eine effektive und gleichzeitig sehr kostengünstige Energiesparmaßnahme. Bei einem Einfamilienhaus lassen sich so 15–20 % des jährlichen Heizenergiebedarfes einsparen – das rechnet sich in wenigen Jahren.

Sorgen Sie für gut gedämmte Rohre und Armaturen (für Heizung und Warmwasser) im Heizraum. Kaum eine andere mit Kosten verbundene Maßnahme amortisiert sich schneller. Mit ein wenig Geschick kann diese Maßnahme selbst durchgeführt werden

Zusätzliches Einsparpotenzial bietet in vielen Fällen ein hydraulischer Abgleich. Wenn Sie bei sich zu Hause bemerkt haben, dass einige Räume nicht warm genug werden, auch wenn die Heizkörper maximal aufgedreht sind, oder es nicht in allen beheizten Räumen gleich schnell warm wird, kann das ein Hinweis auf einen fehlenden hydraulischen Abgleich der Heizungsanlage sein. Ein fachgerecht durchgeführter Abgleich kann allein schon 10–15 % an Energiekosten einsparen.

Weitere Tipps und Informationen rund um das Thema Heizen finden Sie auch unter klimaaktiv.at/heizen.

Energiesparen mit Herrn Franz im Wohnzimmer

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