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Der topprodukte.at LED Test  

Im Zuge der EU-Ökodesign Verordnung werden ab dem 1.9.2016 die Effizienzanforderungen an gewisse Lampentypen, die gerichtetes Licht abgeben, noch einmal deutlich angehoben. Betroffen sind in erster Linie Spotlampen, die mit Netzspannung betrieben werden. Waren bisher Produkte bis zur Effizienzklasse D zum Verkauf zugelassen, werden zukünftig nur noch Leuchtmittel erhältlich sein, die mindestens Klasse B erreichen. Hochvolt-Halogen-Spots erreichen diese Klasse nicht und werden daher zukünftig nicht mehr in den Regalen zu finden sein. 


Abbildung, das verschiedene LED Spots zeigt
Quelle: shutterstock.com/Fotokositc

Ab September dürfen Produkte, die diese Anforderungen nicht erfüllen, nur noch abverkauft werden. Konsumenten werden daher zukünftig auf LED-Ersatzprodukte zurückgreifen müssen. Lampen, die mit Niedervoltspannung betrieben werden, sind von diesen Regelungen vorerst nicht betroffen.


Passend zu diesem Termin hat topprodukte.at überprüft, wie es aktuell um die Qualität von Hochvolt-LED-Spots steht, die derzeit im Handel angeboten werden. Ergänzend dazu wurden einige gängige Niedervolt-Spots getestet. Der Test soll die Qualität der gängigen Produkte der Online-, Elektro- und Baumärkte aufzeigen. Wie die Resultate zeigen, halten nicht alle Produkte das, was die Hersteller auf der Produktverpackung versprechen.


Welche Produkte wurden getestet?  

Für das Testverfahren wurden bewusst Produkte ausgewählt, die im Geschäft sehr prominent platziert sind oder Online sehr gute Bewertungen und Rezensionen erhalten haben. Dabei werden wenig bekannte Marken den Produkten namhafter Hersteller gegenübergestellt, um Unterschiede in der Qualität und im Preis-Leistungs-Verhältnis aufzuzeigen. Vertreten waren Spots der Marken Eglo, Ledon, Lighting Ever, LightME, Müller Licht, Neo Lux, Osram, Philips, Shine Glory Lighting, Syngonix, Verbatim, V-Tac und Xavax.

 

Die Produkte wurden hinsichtlich ausgewählter, für den Konsumenten relevanter Leistungsangaben überprüft. Darunter fallen unter anderem die Angaben zur Lampenhelligkeit (Lichtstrom), zum Energieverbrauch, Lichtfarbe (Farbtemperatur) und Farbwiedergabe. Weitere verpflichtende Angaben, wie Lebensdauer oder Anzahl der Schaltzyklen, wurden nicht nachgeprüft.

 

15 Produkte mit einer Helligkeit von 320 bis 450 Lumen kamen im Test zum Einsatz, was in etwa Halogen-Spotlampen mit 35-50 Watt Leistung entspricht. Bei der Auswahl wurde auf ein ausgewogenes Verhältnis von Hochvolt-Spots, mit der Fassung GU10 und Niedervolt-Spots, mit der Fassung GU5.3 geachtet. Mit Ausnahme von zwei Modellen sind alle getesteten Produkte bereits für weniger als € 10 (€ 5 – 9) im Fachhandel erhältlich.   


Ergebnisse des Tests 

Die Testergebnisse zeigen, dass die im Online-Handel erworbenen Produkte der weniger namhaften Hersteller falsche Angaben hinsichtlich der Helligkeit (Lichtstrom) aufweisen. Aber auch zwei im Fachhandel erworbene Leuchtmittel konnten im Test die Angaben der Hersteller nicht einhalten. Auffällig ist, dass besonders im Internet äußerst günstige Angebote zu finden sind, deren Herstellerangaben nicht das halten, was sie versprechen. Bei einem Modell waren die relevanten Produktdaten lediglich im Online-Shop zu finden, nicht aber auf der Verpackung oder auf der Herstellerseite. Zusätzlich werden Kundenbewertungen angegeben, die nicht zur tatsächlichen Qualität eines Produkts passen.

 

Der Preis des Produkts allein ist allerdings kein ausreichendes Kriterium um Rückschlüsse auf dessen Qualität zu ziehen. Teilweise liefern die preiswerten Produkte ähnlich gute oder gar bessere Ergebnisse als teure LED-Lampen. Trotzdem bleibt festzuhalten, dass gravierende Probleme nur bei No-Name Produkten zu finden waren. Diese liefern nicht die versprochene Qualität und weisen so ein schlechtes Preis-Leistungs-Verhältnis auf. 


Lampenhelligkeit (Lichtstrom)

Die von den Herstellern deklarierte Lampenhelligkeit konnte im Test für mehrere Lampenmodelle nicht bestätigt werden. 4 der 15 getesteten Modelle lieferten deutlich weniger Licht als vom Hersteller angegeben. Besonders auffällig waren dabei vor allem die großen Abweichungen bei den online erworbenen und gleichzeitig günstigsten Modellen im Test, wobei der Spot von LightingEver 31,4% und das Modell von ShineGloryLighting 36,9% weniger Licht als angegeben lieferten. Ebenfalls nicht zufriedenstellend waren die Messwerte der Produkte von V-TAC und Müller Licht. Diese Abweichungen sind nicht akzeptabel und führen jeweils zu einer Abwertung in der Gesamtbewertung.

 

Ein weiteres Lampenmodell leistete 16,9% mehr Licht als angegeben, was ebenfalls unerwünscht sein kann, wenn beispielsweise unterschiedliche Produkte in einer Leuchte kombiniert werden und eine gleichmäßige Helligkeit der Lampen gewünscht wird oder erforderlich ist. Die restlichen Produkte entsprechen in etwa den Herstellerangaben zur Lampenhelligkeit.

 

Lichtfarbe (Farbtemperatur)

Die Lichtfarbe gibt an, ob ein Produkt warmweißes, neutralweißes oder kaltweißes Licht abgibt. Hier entsprachen sämtliche Lampenmodelle den Angaben der Hersteller. Alle Modelle lieferten Werte zwischen 2700 und 3000 Kelvin, was warmweißem Licht entspricht, das von Konsumenten für den Wohnbereich zumeist bevorzugt wird.

 

Farbwiedergabe

Die Farbwiedergabe einer Lampe ist ausschlaggebend dafür, wie gut und natürlich die Farben der beleuchteten Umgebung wiedergegeben werden. Einen guten Eindruck machten diesbezüglich die Produkte von Philips, Xavax und Verbatim (Ra ca. 85). Die weiteren Produkte lagen eher im Standardbereich (Ra>80).

 

Energieverbrauch/Energieeffizienz

Hinsichtlich Energieeffizienz reihten sich die Produkte im Bereich zwischen 55,7 Lumen/Watt und rund 83,2 Lumen/Watt ein. Sehr gut abgeschnitten haben in diesem Bereich zwei Produkte – der Hochvoltspot von Eglo mit 83,2 Lumen/Watt und der Niedervoltspot von Verbatim mit 81,8 Lumen/Watt. Weniger zufriedenstellend ist das Ergebnis des Spots von Müller Licht ausgefallen, er erreicht lediglich einen Wert von 54,7 Lumen/Watt.


Fazit

Vier der getesteten Produkte leisten sich erhebliche Schwächen hinsichtlich Einhaltung der vom Hersteller deklarierten Lampenhelligkeit und können daher nicht zum Kauf empfohlen werden. Hinsichtlich Lichtfarbe geben sämtliche Produkte warmweißes Licht ab und entsprechen damit den typischen Erwartungen für den Haushaltsbereich. Wer eine Farbwiedergabe etwas über dem derzeit üblichen Standard für LED-Spots wünscht, kann zu den Produkten von Philips, Xavax und Verbatim greifen. Allerdings schaffte keine der getesteten Lampen hinsichtlich Farbwiedergabe eine Top-Bewertung (Ra >90). Hinsichtlich Energieeffizienz sollte man bei LED-Produkten heute mindestens Klasse A+ fordern.

» Die detaillierten Testergebnisse finden Sie hier.



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Quelle: shutterstock.com/Africa Studio


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