Professionelle Beleuchtung

Allgemeines

Die Einführung der LED (Licht emittierende Diode) hat den Beleuchtungsmarkt revolutioniert. Sowohl in Punkto Lebensdauer, Energieverbrauch als auch bei Wartung und Entsorgung sind LEDs wahre Musterschüler. Gegenüber bisherigen Technologien ermöglicht sie hohe Energieeinsparungen.  Je nach Ausgangslage sind im Bereich der Innenbeleuchtung Einsparungen von bis zu 80 Prozent möglich. Das entlastet nicht nur das Klima, sondern spart zudem erhebliche Kosten. 

Beschaffungskriterien im Überblick

Energieeffizienz

Empfehlung für LED Leuchten mit unterschiedlichen Bemessungsleistungen:

  • ≥ 90 lm/W für kleine integrierte LED Leuchten mit Lichtsteuerung mit einem Lichtstrom von ≥ 100lm und < 2.500 lm
  • ≥ 105 lm/W für große integrierte LED Leuchten mit Lichtsteuerung mit einem Lichtstrom von ≥ 2.500 lm und < 50.000 lm

Farbtemperatur und Farbtoleranz

Die Lichtfarbe einer LED-Leuchte bezieht sich auf die farbliche Erscheinung des abgestrahlten Lichts. Für künstliche Lichtquellen werden drei unterschiedliche Lichtfarben angegeben:

  • warmweiß < 3.300 K
  • Neutralweiß von 3.300 K bis 5.300 K
  • Tageslichtweiß > 5.300 K

Die Wahl wird von dem Beleuchtungsstärkeniveau, den Farben des Raums und der Möbel, vom Raumklima und dem Anwendungsfall abhängen. Durch Alterung der Chips und der verwendeten Leuchtstoffe ändern sich bei LED die Farborte im Laufe der Lebensdauer. Ab einem Wert von > 3 SDCM sind Unterschiede zwischen Farben am Rand der Elipse und deren Zentrum wahrnehmbar.
Initial sollte der Wert 3 SDCM nicht überschritten werden

Farbwiedergabe

Die Farbwiedergabe definiert die Fähigkeiten einer Lichtquelle, Farben wiederzugeben. Im Allgemeinen ist ein Ra-Wert über 80 für eine akkurate Farbbeurteilung im Innenbereich ausreichend. Die Mindestwerte des Farbwiedergabe-Indexes Ra für verschiedene Innenräume (Bereiche), Aufgaben oder Tätigkeiten ist in der ÖNORM EN 12464 T-1 in den Tabellen 5.1 bis 5.53 angegeben.
Darüber hinaus sollten für LED-Leuchten neben dem allgemeinen Fabwiedergabeindex der Farbwiedergabewert für die Farbe „rot“ (R9) mit angegeben werden.

  • Mindestanforderung CRI ≥ 80 plus R9 > 0
  • Einhaltung der Mindestanforderungen nach ÖNORM EN 12464 Teil 1 für spezielle Innenräume, Sehaufgabe und Tätigkeiten

Mittlere Lebensdauer

Qualitativ hochwertige LED-Module können über zehntausende von Stunde betrieben werden ohne auszufallen.

Die Angabe der Bemessungslebensdauer ist verbunden mit dem ermittelten Anteil der Leuchten mit erhöhtem Lichtstromrückgang By und wird als Lx By dargestellt. Die Bezugsgröße der Lichtstromdegradation in der Lebensdauer von LED-Leuchten wird mit x (in Prozent) angegeben und bezieht sich auf den Bemessungslichtstrom. Typische Werte von „x“ sind zum Beispiel 70 oder 80 Prozent bei einer bestimmten Bemessungslebensdauer (L70 oder L80) von beispielsweise 50.000 Stunden und einer Umgebungstemperatur von 25 °C der Leuchte. Anforderung bezüglich der geschätzten Lebenszeit ist L80B50.

Umgebungstemperatur

Die Leistung der LED-Leuchte und Lampe ist stark von der Umgebungstemperatur abhängig. Die Solltemperatur (ta) ist die höchste Betriebstemperatur, bei der das Leuchtmittel unter normalen Betriebsbedingungen arbeiten kann. Die LED-Leuchte ist bezüglich ihrer Umgebungstemperatur immer abhängig von der Art der Anwendung bei der möglichen Umgebungstemperatur zu wählen

Flimmern

Stromversorgungen, die eine Pulsweitenmodulation verwenden, lassen LEDs mit einer bestimmten Frequenz flimmern (ungefähr zwischen 100 und 150 Hz). Basierend auf der IEA 4E SSL [IEA] und der IEEE 1789:2015 sind folgende Werte zu empfehlen:

Flimmer Frequenz, f (Hz)Flimmer Modulation Maximum, FM (%)
f ≤ 90 HzFM ≤ (0,025 x f)
90 Hz ≤ f ≤ 1250 HzFM ≤ (0,08 x f)
f > 1250 HzKeine FM Anforderungen

Für alle wichtigen Dimmstufen (z.B. 25 % und 50 %) ist festzulegen, dass kein Flimmern auftritt.

Blendung

Blendung tritt immer dann auf, wenn eine sehr starke Beleuchtung, bzw. ein starker Beleuchtungskontrast vorhanden ist. Das passiert oft bei fehlender Verschattung der Fenster, Reflektion oder durch direkten Blick in die Lampe.

  • Der minimale Abschirmwinkel muss den Anforderungen nach ÖNORM EN 12464-1 Tabelle 2 entsprechen,
  • Den UGR-Wert (psychologische Blendung) der Beleuchtungsanlage darf den in ÖNORM EN 12464-1 Abschnitt 5 angegebenen Wert nicht überschreiten.
  • Wenn der Gamma-Winkel (ɣ) 60° übersteigt, sollte die Lichtquelle nicht mehr als 10.000 cd/m² betragen.

Weitere Kriterien

Neben den bereits angesprochenen Kriterien sind auch die Fotobiologische Sicherheit, das Lichtmanagement, der Wartungsfaktor und Wartungsplan sowie die Lebenszyklus-Kosten zu berücksichtigen. Detaillierte Informationen und weitere Empfehlungen finden Sie in unseren Broschüren.

Broschüren

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