Kühl- und Gefriergeräte

Energie und Kosten sparen bei Kühl- und Gefriergeräte

Mann öffnet Kühlschrank

Quelle: BMLRT/Paul Gruber

Der Stromverbrauch für Kühl- und Gefriergeräte beträgt im Haushalt durchschnittlich 10 bis 15 Prozent, also eine beachtliche Menge. Der konkrete Energieverbrauch kann im Einzelfall erheblich variieren, abhängig davon, ob nur ein Kühlschrank mit Eisfach verwendet wird oder eine Kühl-Gefrierkombi oder ein Kühlschrank und eine separate Gefriertruhe.

Energieverbrauch und Einsparpotenzial

Die möglichen Energie- und Kosteneinsparungen beim Gerätekauf können besonders beim Austausch älterer ineffizienter Geräte beträchtlich sein, über eine Periode von 10 Jahren gerechnet sind Einsparungen von mehr als 450 Euro möglich. Das Einsparpotenzial beim Gerätetausch beträgt je nach Alt- und Neugerät bis zu über 50 Prozent. Allerdings sollten Altgeräte nicht zu früh ausgetauscht werden, sonst kann die Gesamtökobilanz, die auch Produktions- und Entsorgungsaufwände umfasst, negativ ausfallen.

Bei der Produktauswahl sollte neben der Effizienz besonders auf die richtige Gerätegröße geachtet werden. Durch eine gute Platzierung und effiziente Verwendung der Geräte können darüber hinaus häufig nochmals Energieeinsparungen von 10 Prozent oder mehr erzielt werden.

Wie wähle ich das passende Gerät für meinen Bedarf?

Bei einer Geräteneuanschaffung sind verschiedene Kriterien wie Funktion, Kapazität, Effizienz und natürlich auch Kosten zu berücksichtigen. Wir empfehlen, einen Gerätetausch bei Kühl- und Gefriergeräten in Erwägung zu ziehen, wenn diese nicht mindestens bereits der Effizienzklasse A+ (altes Energieeffizienzlabel) entsprechen und mehr als zehn Jahre alt sind.

Gerätetyp

Folgende Gerätetypen stehen grundsätzlich zur Wahl:

  • Kühlschrank ohne Gefrierfach
  • Kühlschrank mit Gefrierfach
  • Kühl-Gefrier-Kombi mit größerem Tiefkühlteil
  • Kühlgerät und separate Tiefkühltruhe oder Gefrierschrank

Hinsichtlich Bauform ist zwischen Ein-, Unterbau- und freistehenden Geräten zu unterscheiden. Einbaugeräte sind etwas ineffizienter als Standgeräte.

Wird viel Platz für Gefriergut benötigt, so ist in unterkellerten Ein- oder Mehrfamilienhäusern grundsätzlich eine Kombination von Gefriertruhe im Keller und Kühlschrank ohne oder mit nur kleinem Gefrierfach im Wohnbereich zu bevorzugen. Eine Gefriertruhe im kühleren Keller ist deutlich effizienter als eine Kühl-Gefrier-Kombi in der Wohnküche.
Gefriertruhen sind ca. 10 bis 15 Prozent effizienter als Gefrierschränke, daher sollte die Wahl nach Möglichkeit auf eine Gefriertruhe fallen. Kühlschränke ohne Gefrierfach benötigen ca. 20 bis 25 Prozent weniger Energie als Geräte mit Gefrierfach. Kühl-Gefrier-Kombis sollten über getrennte Türen für den Kühl- und Tiefkühlbereich verfügen.

Beim Gefrierfach gibt die Anzahl der Sterne Auskunft über das Temperaturniveau und den Stromverbrauch.
*- und **-Gefrierfächer ermöglichen Temperaturen bis -12 °C und sind daher nur für die kurzfristige Aufbewahrung von Gefriergut geeignet.
***- und ****-Sternefächer erreichen -18 °C und erlauben damit eine langfristige Lagerung von Gefriergut.
In ****-Sternefächern kann Kühlgut auch eingefroren werden, ohne dass das bereits eingelagerte Gefriergut dabei auftaut. Falls ein Gefriergerät vorhanden ist, kann beim Kühlschrank auf das Gefrierfach verzichtet werden. Ein ***-Sterne-Kühlschrank verbraucht über 20 bis 30 Prozent mehr Strom als ein Kühlschrank ohne Gefrierfach.

Kühlvolumen

Für einen Single-Haushalt reicht normalerweise ein Kühlschrank mit ca. 120 Liter Nutzinhalt. Bei größeren Haushalten können ca. 30 bis 40 Liter pro Person hinzu addiert werden. Heute ist vielfach ein Trend zur Überdimensionierung zu beobachten, der auch durch das zunehmende Angebot von Großgeräten forciert wird. Side-by-Side Kombigeräte, die lange nur in den USA verbreitet waren, sind nun auch im heimischen Markt verbreitet anzutreffen. Geräte dieses Typs verfügen über entsprechend große Kühl- und Tiefkühlteile mit einem Gesamtvolumen von teilweise über 600 Liter. Je nach Ausführung sind auch spezielle Fächer für Eiswürfelproduktion oder für Weinlagerung vorhanden. Aufgrund der großen Dimensionierung sind Side-by-Side-Geräte eigentlich nur für sehr große Haushalte geeignet. Der Jahresenergieverbrauch kann hier bei mäßig effizienten Gerätemodellen bereits bei 400 bis 500 kWh liegen.

Bei der Innenausstattung sollten Sie auf eine praktische Einteilung achten die dem Bedarf entspricht. Informationen zum Volumen des Kühl- bzw. Tiefkühlteils finden Sie auf dem EU-Energielabel. Details zu den Inhalten der einzelnen Kühl- und Gefrierfächer lassen sich aus den Produktdatenblättern ersehen, die im Handel und auch auf Webseiten zur Verfügung stehen.

Geräte der neueren Generation verfügen meist über mehrere Fächer mit unterschiedlichen Temperaturen. Bei größeren Geräten steht häufig auch ein Frischhaltebereich für rasch verderbliches Kühlgut wie Fisch und Fleisch mit entsprechend niedriger Temperatur knapp über 0 °C zur Verfügung. Weitere Fächer sind auf typische Temperaturen rund um 4 °C oder auch über 7 °C ausgelegt, wobei die Temperaturen von der Gesamteinstellung abhängen, die von der Nutzerin oder vom Nutzer vorgenommen wird. Es empfiehlt sich somit beim Gerätekauf darauf zu achten, dass die Dimensionierungen der Fächer ungefähr dem durchschnittlichen Nutzungsbedarf entsprechen. D. h. wenn viel Fleisch und Fisch gekocht werden, sollte entsprechend viel Platz in der Frischhaltezone zur Verfügung stehen.

Energieverbrauch

Eine Kühl-Gefrierkombination mit ca. 250 Liter Volumen (190 Liter Kühlteil / 60 Liter Gefrierteil) der Effizienzklasse A benötigt ca. 75 kWh pro Jahr, ein vergleichbares D-Gerät 149 kWh.

Empfehlenswert ist heute die Wahl eines Geräts der Klasse A bis C. Eine Kühl-Gefrierkombination der Energieklasse A benötigt im Durchschnitt etwa

  • 22% weniger Strom als ein Gerät der Klasse B
  • 37% weniger Strom als ein Gerät der Klasse C
  • 50% weniger Strom als ein Gerät der Klasse D
  • ein Drittel des Energieverbrauches von einem Gerät der Klasse F

EU-Label

neues EU-Energielabel für Kühl- und Gefriergeräte

Quelle: Label2020

Derzeitig gibt es für die allermeisten Produktgruppen eine Skala von A+++ bis G, die nun durch eine klarere und nutzerfreundlichere Skala von A bis G ersetzt wird – ohne eine Vielzahl von Plus-Symbolen. Bei der Einführung des Energielabels war die Geräteklasse A für die besten Geräte am Markt vorgesehen. Mit der Zeit haben die Hersteller immer sparsamere Modelle auf den Markt gebracht, daher wurde die Skala um Plus-Symbole erweitert.

Diese Einordnung in die Klassen A+ bis A+++ ist jedoch nicht sinnvoll, da zwischen den Produkten deutliche Unterschiede bei der Energieeffizienz bestehen können. Außerdem wirkt dieser optisch nur graduelle Unterschied zwischen unterschiedlich vielen Plus-Zeichen auf Konsumentinnen und Konsumenten weniger motivierend, ein energieeffizienteres Produkt zu kaufen, als ein Unterschied zwischen C und A.

Energie und Kosten sparen durch die richtige Gerätenutzung

Der tatsächliche Verbrauch von Geräten hängt stark von der richtigen Nutzung ab. Mit einfachen Maßnahmen, die nicht mit Kosten verbunden sind können Sie zusätzlich sparen! 

Abtauen

Geräte ohne Abtau-Automatik müssen regelmäßig abgetaut werden, spätestens, wenn die Dicke der Eisschicht 1 cm übersteigt. Bei „No-frost“ Geräten ist kein Abtauen erforderlich, die Geräte verbrauchen jedoch mehr Strom. Rasches Vereisen kann durch schlechte Türdichtungen bedingt sein. Es empfiehlt sich daher, die Türdichtungen regelmäßig zu kontrollieren.

Temperatur und Befüllung

Beim Kühlschrank genügt häufig eine Innentemperatur von 6 bis 7 °C. Bei einigen Lebensmitteln gilt allerdings das angegebene Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) nur bei einer bestimmten – niedrigen – Kühltemperatur. Diese Speisen können gegebenenfalls kürzer als angegeben gelagert werden. Produkte, wie beispielsweise Käse oder Joghurt sind jedoch auch nach einer gewissen Überschreitung des Mindesthaltbarkeitsdatums noch genießbar. Hier ist empfehlenswert, eine sensorische Prüfung zu machen: Wenn Geruch, Konsistenz und Farbe unauffällig sind, kann gekostet werden, ob das Lebensmittel noch genießbar ist. Zu beachten ist, dass im Gegensatz dazu die Angabe des Verbrauchsdatums („zu verbrauchen bis“) bei Fisch oder Fleisch in allen Fällen beachtet werden muss. Die Website „lebensmittel-sind-kostbar.at“ bietet Ihnen wichtige Tipps zum richtigen Einkauf und zur optimalen Lagerung von Lebensmittel.

Allgemein sollten keine heißen Speisen in den Kühlschrank gestellt werden und häufiges oder langes Öffnen vermieden werden.

Standort

Ein Kühlgerät verbraucht weniger Strom, wenn es an einem möglichst kühlen Ort aufgestellt ist. Kann die Umgebungstemperatur im Jahresdurchschnitt um ein Grad niedriger gehalten werden, reduziert sich der Stromverbrauch um rund 5 Prozent. Kühl- bzw. Gefriergeräte sollten keinesfalls neben Wärmequellen (z. B. Herd, Heizkörper oder direkte Sonneneinstrahlung) platziert werden. Gefriergeräte stellt man, wenn möglich, am besten im Keller oder in einem unbeheizten Raum auf.

Weiters sollte die Abwärme des Kühlschrankes effektiv abgeführt werden, damit kein Hitzestau entsteht. Ist das Gerät eingebaut, sollten ausreichend große Lüftungsschlitze vorhanden sein. Achten Sie darauf, dass die Lüftungsschlitze immer frei gehalten werden bzw. ausreichend große Lüftungsöffnungen und mindestens 5 cm Abstand zur Wand vorhanden sind. Ein Wärmestau am Wärmetauscher erhöht den Strombedarf um bis zu 10 Prozent.