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Mythos - stimmt's oder stimmt's nicht?

Manche Gerüchte rund ums Thema Energiesparen halten sich hartnäckig. Hier verraten wir Ihnen, an welchen wirklich etwas dran ist – oder eben nicht.


Frau räumt Geschirrspüler ein
Quelle: shutterstock.com/HConq

Mythos 1: Reinigungsprogramme: Je schneller, desto sparsamer!  

Je kürzer Waschmaschine oder Geschirrspüler im Betrieb sind, desto weniger Energie und Wasser wird verbraucht. Daher sollten man nach Möglichkeit Kurzprogramme nutzen, die viel Zeit und damit auch viel Energie sparen.   Klingt eigentlich logisch, ist aber katastrophal falsch! Ein einfaches Beispiel: Sie fahren mit einem Auto von A nach B – einmal mit 160 km/h und einmal mit 80 km/h. Keine Frage, mit 160 km/h werden Sie Ihr Ziel doppelt so schnell erreichen, dabei allerdings auch sehr viel mehr Treibstoff verbrauchen als mit 80 km/h.   Genauso verhält es sich mit den Reinigungsprogrammen. Auch Waschmaschine und Geschirrspüler benötigen im Schnellwaschgang mehr Energie, um die gleichen Reinigungsergebnisse in kürzerer Zeit zu erbringen. Das liegt vor allem daran, dass das Aufheizen des Wassers beim Waschen den größten Anteil an Energie braucht. Die sparsamen Eco-Programme nutzen niedrigere Temperaturen und kompensieren dies eben mit einer längeren Laufzeit. Außerdem hat hier das Reinigungsmittel mehr Zeit einzuwirken. Die Programmdauer kann sogar bis zu drei Stunden und mehr betragen. Unterm Strich kommt beim Eco-Programm jedenfalls eine ordentliche Energieersparnis raus. Besonders für stark verschmutzte Wäsche ist ein Programm mit längerer Laufzeit die bessere Wahl.   Sollte man im Alltag darauf angewiesen sein, dass die Wäsche (oder das Geschirr) zu einem bestimmten Zeitpunkt fertig ist, dann empfiehlt es sich, die so genannte Startzeitvorwahl zu nutzen. Damit ist das Gerät zur vorgegebenen Zeit fertig – beispielsweise, wenn Sie abends von der Arbeit nach Hause kommen.  



Bildausschnitt - Frau räumt Waschmaschine ein
Quelle: BMNT/Paul Gruber

Mythos 2: Nur hohe Waschtemperaturen entfernen Flecken.

Je höher die Waschtemperatur, desto besser die Fleckenentfernung und desto hygienischer das Waschergebnis.   Im Grunde hat sich dieser Mythos selbst überholt. Moderne Textilien sind inzwischen nämlich kaum noch für höhere Waschtemperaturen geeignet. Müssen sie aber auch nicht sein, denn im Regelfall reicht es aus, die Kleidung mit maximal 30/40 Grad zu waschen. Moderne Waschmittel sind heute nämlich so konzipiert, dass die Wäsche gar nicht wärmer gewaschen werden muss, um hygienisch sauber zu werden – dafür sorgen hochwirksame Enzyme, die auch Keime abtöten. Das gilt übrigens auch für hygienisch vermeintlich „heikle“ Wäschestücke wie etwa Unterwäsche oder Socken.      Eines ist jedenfalls amtlich: Wer seine Wäsche bei niedrigeren Temperaturen wäscht, spart Energie und Geld. Die Energiemenge einer 60-Grad-Wäsche reicht für drei Trommeln Wäsche mit 30 Grad. Der Stromverbrauch sinkt deutlich, wenn die Temperatur nur um 10 Grad gesenkt wird, denn das Aufheizen des Wassers benötigt beim Waschen die meiste Energie.   Normalerweise enthält unsere Wäsche auch keine Keime, die uns gefährlich werden könnten. Zwei Ausnahmen: die Wäsche wurde von einem kranken Familienmitglied getragen oder ist von Ungeziefer (Läusen usw.) befallen. In diesem Fall sollten Sie sich für das 60-Grad-Programm entscheiden, ein bleichmittelhaltiges Waschmittel (tötet Keime besonders effektiv) einsetzen und nach Möglichkeit die Stücke separat waschen. Vorsicht: das allseits beliebte 90-Grad-Hygiene-Programm ist hier nicht unbedingt zu empfehlen, da Temperaturen über 60 Grad verhindern, dass die Waschenzyme in den modernen Waschmitteln ihre Wirkung entfalten – sie werden bei den hohen Temperaturen zerstört und somit unwirksam.   Und noch ein Tipp: Wenn Sie regelmäßig mit geringen Temperaturen waschen, können sich in der Maschine Keime bilden und schlechte Gerüche verursachen. Um das zu verhindern, einmal im Monat eine 60 Grad Wäsche laufen lassen und dabei ein bleichmittelhaltige Vollwaschmittelpulver verwenden. Außerdem das Pulverfach regelmäßig reinigen und die Tür nach den Waschgängen offenlassen.    



Quelle: BMNT/Paul Gruber

Mythos 3: LED-Lampen sind Umweltsünder

LED-Lampen verbrauchen zwar im Betrieb weniger Energie, ihre Herstellung, Lieferung und Entsorgung ist aber so energieaufwändig und umweltschädlich, dass LED-Lampen unsere Umwelt in Wirklichkeit noch mehr belasten.   Zugegeben, im Ansatz ist hier doch ein Körnchen Wahrheit versteckt – aber eben nur im Ansatz. Es ist richtig, dass LED-Lampen bei der Herstellung mehr Energie verbrauchen, als traditionelle Glüh- oder Halogenlampen: Bei einer LED-Lampe beträgt der Bedarf rund drei bis fünf Kilowattstunden, bei einer Glühlampe sind es maximal 0,9 Kilowattstunden. Der Teufel steckt hier aber – wie so oft – im Detail. Entscheidend ist nämlich die Ökobilanz über die gesamte Lebensdauer hinweg. Dazu gehören eben alle Faktoren wie Rohstoffe, Herstellung, Transport, Betrieb und Entsorgung. Mit einem Anteil von einem Prozent am gesamten Energieverbrauch fällt die Rohstoffgewinnung hier kaum ins Gewicht – selbst wenn für LEDs neben Aluminium auch seltene Erden benötigt werden, die ja nicht unbedingt für ressourcenschonende Gewinnung stehen. Kaum einen Einfluss hat übrigens auch der Transport, der ebenfalls nur rund ein Prozent ausmacht. Wie eine Osram-Studie zeigt, schlägt sich die gesamte Herstellung mit zwei bis fünf Prozent in der Gesamt-Ökobilanz von LED-Lampen nieder. 95 bis 98 Prozent der aufgewendeten Energie werden folglich im Einsatz, also bei der Erzeugung von Licht, verbraucht. Nachdem LED-Lampen im Betrieb sehr wenig Energie verbrauchen und zudem eine enorm lange Lebensdauer haben, ist der höhere Produktions-Energiebedarf rasch wettgemacht. Bereits nach 450 Stunden schneidet die LED-Lampe (gesamt-)energetisch gesehen besser ab als eine vergleichbare Halogenbirne. Hinzu kommt die rund zehnmal längere Lebensdauer einer LED-Lampe. Je länger eine Lampe hält, umso mehr verringert sich der Einfluss der Produktion an der Gesamtenergiebilanz. Eine LED-Lampe hält im Schnitt 15 bis 20 Mal länger als eine Glühlampe und benötigt dabei ca. ein Siebtel weniger Energie. Diese Tatsache hat übrigens den netten Nebeneffekt, dass Sie mit LED-Lampen nicht nur Energiekosten sparen, sondern auch Ihr Neuanschaffungs-Budget schonen können.    



Quelle: shutterstock.com/Monkey

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Mythos 4: LED-Lampen sollte man besser brennen lassen  

LED-Lampen verbrauchen beim Einschalten so viel Strom, dass es besser ist, sie brennen zu lassen, falls man nur für ein paar Minuten den Raum verlässt. Außerdem schadet das mehrmalige Ein- und Ausschalten der Lampe, so dass diese früher kaputt geht. Zugegebenermaßen ein sehr hartnäckiges Gerücht, das seinen Ursprung in den ersten Energiesparlampen haben dürfte. Damals war das tatsächlich so, dass zu häufiges Ein- und Ausschalten den sicheren frühen Tod des Leuchtmittels bedeutete. Abgesehen davon, dass es mitunter immer mehrere Minuten dauerte, bis die endgültige Helligkeit erreicht wurde. Solche Energiesparlampen sind heutzutage aber nicht mehr am Markt erhältlich. Zwar verbraucht auch eine klassische Glühbirne beim Einschalten mehr Strom als im Dauerbetrieb, allerdings ist bzw. war dieser Zeitraum so kurz (ca. eine Sekunde), dass der Effekt keine Rolle spielt(e). Bei Leuchtstoffröhren mit klassischen Starten dauert es ein wenig länger: nach spätestens 30 Sekunden ist aber auch hier der Einschalteffekt vorüber. Abgesehen davon, dass es aus praktischen Gründen eher unwahrscheinlich ist, dass man das Licht ausschaltet, nur weil man einen Raum für 20 Sekunden verlässt. Generell gilt die Faustregel: nur eine ausgeschaltete Lampe verbraucht keine Energie. Es stimmt auch nicht, dass sich die Lebensdauer einer LED durchs Ein- und Ausschalten verkürzt. Schaltfeste LED-Lampen (die Anzahl der Schaltzyklen findet sich übrigens auf der Verpackung, z.B. 100.000) kann man über viele Jahre täglich mehrmals Ein- und Ausschalten, ohne dass diese kaputt gehen.


Ausschnitt Geschirrspüler innen
Quelle: BMNT/Paul Gruber
Mythos 5: Der Abwasch von Hand ist energieeffizienter, als mit dem Geschirrspüler

Geschirrspüler brauchen viel Energie, der Abwasch per Hand nicht. Und selbst beim Wasserverbrauch hat die manuelle Reinigungsvariante die Nase vorn.   Eigentlich ist’s ja ein Wunder, warum sich dieser Mythos so hartnäckig halten kann. Schon 1966 hat die deutsche Stiftung Warentest nämlich festgestellt, dass Geschirrspülen zu den unbeliebtesten Hausarbeiten zählt. Viel dürfte sich seit damals an der Beliebtheit nicht geändert haben, außer vielleicht, dass inzwischen recht praktische Alternativen zur Verfügung stehen. Waren die Geschirrspüler der Anfangsjahre wirkliche echt Strom- und Wasserfresser, so ist das bei den modernen Geräten heutzutage nicht mehr der Fall.   Ganz im Gegenteil: energie- und wassersparende Geschirrspüler arbeiten deutlicher effizienter, als es der Mensch beim Abwasch je könnte. Das Spülen mit der Maschine ist an Effektivität und Sparsamkeit schwer zu überbieten, aber nur sofern das Gerät auch richtig genutzt wird. Schon beim Kauf sollte man daher darauf achten, dass man sich für ein möglichst effizientes Gerät (Energielabel!) in angemessener Größe entscheidet. Für einen Pärchen- oder Singlehaushalt lohnt sich evtl. kein 60 cm breites Gerät und ist die 45 cm-Variante die bessere Alternative. Die Dimensionierung ist deshalb wichtig, weil nur ein voll beladenes Gerät wirklich effizient arbeitet. Außerdem sollte man auf Spar-und Eco-Programme setzen, um Strom und Wasser zu sparen.   Der Abwasch per Hand verbraucht meistens doppelt so viel Wasser wie eine moderne Spülmaschine. Allerdings gibt’s aber durchaus auch Situationen, in denen es sich lohnt, manuell abzuwaschen. Das ist vor allem bei kleineren Geschirrmengen der Fall. Für zwei Teller und zwei Tassen sollte man wirklich nicht den Geschirrspüler starten.   


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