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Mit Fernbedienung dimmen – der Einstieg in die smarte Beleuchtungswelt zuhause

 Zuhause am Sofa zu sitzen und das Licht einzuschalten oder auch zu dimmen, ohne aufstehen zu müssen, um zum Lichtschalter zu gehen? Klingt das nicht verlockend?


LED-Lampe
Quelle: BMNT/Paul Gruber

Mit smarten Lampen ist das möglich. Diese Lampen lassen sich wie konventionelle LED-Lampen verwenden, die per Lichtschalter ein- und ausgeschaltet werden. Ihre wahre Bestimmung wie Dimmen ohne fix eingebauten Dimmer an der Wand oder sogar die Anpassung der Lichtstimmung von „gemütlich“ bis „nüchtern“ bis hin zur Einstellung von farbigem Licht, spielen sie jedoch dann aus, wenn sie mit der zugehörigen Fernbedienung eingesetzt werden.Auch mit Smartphone-Apps lassen sich viele Modelle steuern bzw. ins Netz zu Hause einbinden, dazu ist aber ein zusätzliches Modul notwendig. Wer mit seiner Beleuchtung lieber spricht, als Schalter zu betätigen, für den ist das bei manchen Modellen mit Sprachsteuerung möglich.


Smarte Lampen mit Dimm-Schalter

Der erste Schritt auf dem Weg zur ausgefeilten smarten Beleuchtungslösung zu Hause sind jedoch smarte Lampen mit einem Dimm-Schalter. Diese werden in der Regel auch als Starterpaket (ein oder mehrere Lampen inklusive Fernsteuerung) angeboten. Alle Komponenten lassen sich auch einzeln beziehen. Der schrittweise Ausbau der smarten Beleuchtung ist also einfach möglich.

Das topprodukte.at-Team hat ausgewählte smarte Produkte für den Einstieg getestet. Wie schneiden smarte LED-Lampen hinsichtlich Effizienz ab, wie gut ist die Lichtqualität – auch hinsichtlich Flicker – und was sollte beachtet werden?

Das Fazit des topprodukte.at-Tests: Komfort wirkt sich negativ auf die Effizienz aus. Die Lichtausbeute ist durchwegs deutlich niedriger als die von klassischen LED-Filament-Lampen. Verschlechtert wird die Bilanz noch durch den Standby-Verbrauch, wenn smarte Lampen nur durch die Fernbedienung ausgeschaltet werden. Beim Dimmen kommt der Aspekt „Flicker“ bei zwei Modellen deutlich zum Tragen. Die Details haben wir unten für Sie zusammengefasst. Die Testergebnisse finden Sie auf topprodukte.at 

 

5 Smart Lamps im Test

Getestet wurden aktuelle smarte LED-Lampen von 4 Anbietern in der klassischen Birnenform und mit dem gebräuchlichen E27-Sockel mit den dazugehörigen Bedienelementen. Konkret haben wir zwei Modelle von IKEA aus der TRÅDFRI-Serie und je ein Modell aus der Philips Hue Reihe, die Osram Smartplus und die Paulmann Smarthome – jeweils im Paket mit einem Dimm-Schalter zur Steuerung – getestet. Diese Produkte sind im stationären Handel, aber auch online erhältlich.


Die Dimm-Schalter funktionieren drahtlos und kommunizieren mit der Lampe in der Regel über das sogenannte ZigBee-Funkprotokoll. Sie können je nach Wunsch an beliebiger Stelle im Raum angebracht oder wie eine Fernbedienung mobil verwendet werden. Pro Fernbedienung können meist auch bis zu 10 Lampen gleichzeitig gesteuert werden – vorausgesetzt, sie sind alle vom gleichen Hersteller.

Der deklarierte Lichtstrom der LED-Lampen reichte von 600 bis 1000 Lumen. Das entspricht der Helligkeit von Glühlampen mit 50 bis 75 Watt. Im Test wurden die Merkmale Energieeffizienz, Helligkeit, Farbtemperatur, Farbwiedergabe, der Verbrauch im Standby und das Flicker-Verhalten gemessen.

Mit den entsprechenden Dimm-Schaltern lassen sich die Lampen über einen weiten Bereich dimmen; entweder quasi stufenlos oder auch in völlig ausreichenden sieben Stufen.


Die Testergebnisse im Überblick

Lampenhelligkeit (Lichtstrom)

Bei der Deklaration des Lichtstroms auf der Verpackung erlauben sich die Hersteller keinen Fehler – die Werte stimmen gut mit den Messwerten überein. Abweichungen von 1 bis 7 Prozent, mit einem Ausreißer von 15 Prozent bei der IKEA-Lampe mit 600 Lumen, sind insgesamt in Ordnung.


Energieeffizienz

Spitzenreiter bei der Lichtausbeute (Lumen je Watt, lm/W) ist das Modell von Osram mit etwa 97 lm/Watt. Alle anderen Modelle liegen zwischen 80 und 87 lm/W. Zum Vergleich: Aktuelle LED-Filament-Lampen (bei etwa 1000 Lumen) erreichen 120 lm/W und mehr. Hier müssen bei smarten Lampen – bedingt durch die zusätzliche Steuerungselektronik – doch deutliche Abstriche in Kauf genommen werden.

Beim Dimmen verhalten sich die Lampen unauffällig, der Effizienzwert bei unterschiedlichen Dimm-Stufen liegt bei allen getesteten Lampen in etwa bei der Lichtausbeute im ungedimmten Betrieb.

Bei den fernsteuerbaren Lampen ist im Gegensatz zu den klassischen LED-Lampen ein weiterer Aspekt zu berücksichtigen. Wenn diese nicht mit einem Wandschalter bzw. dem Schalter der Leuchte, sondern nur mit der Fernbedienung ausgeschaltet werden, weisen diese Produkte einen Standby-Verbrauch auf, der zwischen 0,37 und 0,49 Watt liegt, da sie sich in einem Bereitschaftszustand befinden, um auf das Einschaltsignal der Fernbedienung zu warten. Zum Vergleich: Bei 10 Lampen, die mit einer Fernbedienung gesteuert werden, sind es bis zu 5 Watt im Standby; ein sparsamer WLAN-Router kommt mit 7 Watt im Betrieb aus.

Unter der Annahme, dass die smarten Lampen 1000 Stunden im Jahr (entspricht 2,7 h/Tag) eingeschaltet sind und nur mit der Fernbedienung ausgeschaltet, aber nicht vom Netz getrennt werden, sinkt die Effizienz im tatsächlichen Betrieb – rechnerisch gesehen – weiter ab. Statt 97 lm/W sind es dann nur mehr 73, und statt 80 nur mehr 57 lm/W. Da liegt zwischen letzterer und einer LED-Filament-Lampe der Faktor 2!


Farbtemperatur

Die Produkte im Test sind alle mit der Lichtfarbe 2700 Kelvin – also „warmweiß“ – deklariert. Diesen Wert halten sie mit nur sehr geringen Abweichungen auch ein.


Farbwiedergabe

Bei der Farbwiedergabe liegen die beiden Modelle von IKEA mit einem Farbwiedergabe-Wert von über Ra 90 vorne. Die übrigen Produkte überschreiten den gesetzlich vorgeschriebenen Wert von 80 nur knapp – also „befriedigend“.

Auch beim Wert für gesättigtes Rot (der sogenannte R9-Wert) heben sich die IKEA Modelle gegenüber den anderen deutlich positiv ab.


Flicker

Zum ersten Mal haben wir uns auch das Flicker-Verhalten im Detail angesehen. Flicker beschreibt das Phänomen, eines schnellen Veränderns der abgegebenen Lichtmenge (mit Schwankungen von 100 Mal pro Sekunde (Hz) oder mehr).

Der Wert für „Stroboscopic visibility measure“ (SVM) berücksichtigt und gewichtet einzelne Parameter wie Flicker-Intensität, Flicker Index und Frequenz und ist auch ein Maß für die Lichtqualität. Die Gewichtungskurve zur Berechnung des SVM-Werts basiert auf einem SVM-Wert von 1,0. Dieser wurde so festgelegt, dass er die Sichtbarkeitsschwelle für eine durchschnittliche beobachtende Person repräsentiert. Ein SVM-Wert unter 1 bedeutet „nicht sichtbar“ und ein Wert über 1 entsprechend „sichtbar“.

Im nichtgedimmten Betrieb weisen alle getesteten Modelle einen Wert deutlich unter 1 auf (von 0 bis 0,66). Anders sieht die Situation im gedimmten Zustand aus. Auffällige Werte zeigt die Lampe von IKEA mit 600 Lumen (bis zu SVM = 2,5 bei 23 % Dimmung) und das Produkt von Paulmann (bis zu SVM = 2,8 bei 20 % Dimmung). Alle anderen Modelle sind auch im gedimmten Zustand hinsichtlich Flicker komplett unauffällig. Die gesundheitlichen Effekte von Flicker sind noch nicht vollständig erforscht. Zu berücksichtigen ist, dass die tatsächlichen Auswirkungen individuell sehr unterschiedlich sein können.

 

Kosten

Ein weiterer erwähnenswerter Punkt sind die Kosten: Für eine Basis-Ausstattung von drei Lampen mit Dimm-Schalter müssen zwischen € 60 und € 80 ausgegeben werden.

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