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Ratgeber Leistung 11 kW

Ratgeber für die Auswahl der richtigen Ladestation

Im Ratgeber finden Sie Informtaionen und Tipps für die Auswahl der richtigen Ladestation für Elektrofahrzeuge, für die Installation und Inbetriebnahme in privaten Haushalten.


Für die Auswahl des richtigen Produktes sind folgende Fragen zu beantworten:


 1.

Welchen Steckertyp hat mein Elektroauto?

 2.

Für welche elektrische Leistung ist meine Hausinstallation ausgelegt?

 3.

Welche elektrische Leistung stellt mir mein Stromnetzbetreiber zur Verfügung?

 4.

Möchte ich in geschlossenen Räumen oder im Freien laden?

 5.

Benötige ich eine "intelligente" Ladestation?

 6.



Möchte ich ein Auto der Marke Renault oder Tesla laden? Renault-Elektroautos dürfen nur mit Z.E.–READY-zertifizierten Ladestationen geladen werden. Tesla verwendet den Typ-2-Stecker und kann sowohl über die hauseigenen Tesla-Supercharger mit Gleichstrom als auch über eine normale Typ-2-Ladestation mit Wechselstrom geladen werden.


Für die Ladung des Elektroautos im Privathaushalt empfehlen wir eine festinstallierte Ladestation an einem eigenen und speziell abgesicherten Stromkreis. Der Bemessungsstrom einer Schuko-Steckdose beträgt 16 A nach ÖVE/ÖNORM IEC 60884-1. Das ist der zulässige Dauerstrom unter festgelegten Bedingungen, z.B. Verlegungsart, Umgebungstemperatur. Der maximale Nennstrom in Hausinstallationen, bei dem der Leitungsschutzschalter auslösen muss, beträgt nach ÖVE EN 1 Teil 3 (§ 41) je nach Adernquerschnitt 12 A für 1,5 mm2 und 16 A für 2,5 mm2. Deshalb werden Ladekabel für Schukosteckdosen bis max. 10 A/2,3 kW betrieben. Sie sind daher für das langsame Aufladen über Nacht geeignet. Wer es eilig hat oder sein Auto häufig flexibel nutzt, sollte auf eine festinstallierte Ladestation setzen. Denn damit sind schnellere Ladezeiten möglich.


Die Ladestation muss für den vom Elektroauto vorgegebenen Steckertyp, die vom Elektroauto vorgegebene maximale Ladeleistung und die vom Stromnetz maximal gelieferte elektrische Leistung ausgelegt sein.


Die folgende Tabelle zeigt typische Stecker, die zum Aufladen von Elektrofahrzeugen im privaten Bereich genutzt werden.


 Steckertyp

 max. Leistungsabgabe

 für Privatkunden

 Wechselstrom/

 Gleichstrom

 Haushaltssteckdose "Schuko"
  Haushaltssteckdose

 Quelle: Wikipedia/Creative Commons

2,3 kW
 Wechselstrom

 Stecker Typ 1

Stecker Typ 1

 Quelle: Wikipedia/Creative Commons

7,6 kW
 Wechselstrom
Stecker Typ 2
Stecker Typ 2

Quelle: Wikipedia/Creative Commons

22 kW

 Wechselstrom,

 Tesla Supercharger

 auch Gleichstrom

 Zur Information, in Österreich nicht für

 Ladestationen für den Privathaushalt erhältlich:



 CHAdeMO
CHAdeMO

Quelle: Wikipedia/Creative Commons

22 kW
 Gleichstrom

 CS Combined Charging System Combo 2

Stecker Combo 2
Quelle: Wikipedia/Creative Commons

 22 kW

 Wechselstrom

 und Gleichsrom



In Europa ist der Typ 2 Stecker Standard (EN 62196), wobei asiatische und amerikanische Modelle vereinzelt noch einen Typ 1 Stecker verwenden. Entscheiden Sie sich für eine Ladestation mit fest installiertem Ladekabel, müssen Sie darauf achten, dass dieses auch mit Ihrem Fahrzeug kompatibel ist. Adaptermöglichkeiten sind hier nicht gegeben. Volle Flexibilität bietet Ihnen hingegen eine Ladestation mit Typ 2-Steckdose, an die je nach Bedarf ein Ladekabel vom Typ 1 angeschlossen werden kann.


Combined Charging System (CCS; deutsch kombiniertes Ladesystem) ist ein internationaler Ladestandard für Elektrofahrzeuge. Die Steckervarianten und Ladeverfahren sind in Teil 3 der IEC 62196 (DIN EN 62196) genormt. Typ 2 und Combo 2 wurden in der EU als Standardsteckverbindungen bei Ladeleistungen über 3,6 kW für Wechselstrom und über 22 kW für Gleichstrom festgelegt (Richtlinie 2014/94/EU).


CHAdeMO ist der Handelsname einer markenübergreifenden elektrischen Schnittstelle eines Batteriemanagementsystems für Elektroautos. Mit dieser in Japan entwickelten Schnittstelle basierend auf Gleichspannung kann der Akkumulator eines Elektrofahrzeuges oder Plug-In-Hybrid-Fahrzeugs direkt mit einer hohen elektrischen Leistung geladen werden. Die typische Ausbaustufe der Ladesäulen und damit die größte Verbreitung haben CHAdeMO-Ladesäulen mit einer Ladeleistung bis 50 kW.


Den in Japan üblichen CHAdeMO-Stecker oder den "Combined-Charging-System"-Stecker (CCS) gibt es bei keiner der in Österreich erhältlichen Ladestationen für den Privathaushalt.


Tesla Supercharger sind Stromtankstellen der Firma Tesla Motors, die für das Schnellladen von Fahrzeugen der eigenen Marke gebaut wurden und mit Gleichspannung von 480 V und mit einer Spitzenleistung von 145 kW an Stecker Typ 2 betrieben werden.


Was ist ein "intelligentes" Ladekabel?

Ein Kabel mit Anbringungsmöglichkeit für verschiedene Steckeradapter sowohl für den Anschluss an Fahrzeuge als auch den Anschluss an Ladestationen, eine integrierte Logik mit Benutzerschnittstelle, eine Ladestromüberwachung und -steuerung sowie einer Kommunikationsmöglichkeit über drahtlose Netzwerke zur Kommunikation mit externen Steuerungssystemen (Definition nach Patent DE102010014417 A1).


Was ist eine "intelligente" oder "smarte" Ladestation?

Eine intelligente bzw. smarte Ladestation lässt sich mit anderen elektronischen Geräten, z. B. mit einem Smart Meter, vernetzen oder ist über GSM, LAN oder WLAN mit dem Internet verbunden. Dadurch kann sie mit anderen Systemen kommunizieren, die das Laden zentral verwalten und ermöglicht die Integration einer Photovoltaikanlage. Weiters kann eine smarte Ladestation beispielsweise Ladedaten an eine Handy-App übermitteln oder über RFID-Zugangsberechtigung gegen Benutzung durch Fremde abgesichert werden. Einfache Ladestationen sind bereits ab ca. € 500 erhältlich, eine intelligente Ladestation ist ca. 100-200 Euro teurer als die einfachsten Versionen und kann Bedingung für eine öffentliche Förderung sein, siehe unten.


Für die Installation einer Ladestation sind weiters nach ÖVE/ÖNORM EN 61851-22:2002-12-01, "Konduktive Ladesysteme für Elektrofahrzeuge -- Teil 22: Wechselstrom-Ladestation für Elektrofahrzeuge" 2 Komponenten, erforderlich:


 Ladestationsmodell

 Fehlerstromschutzschalter

 Leitungsschutzschalter

 Ladestationen ohne integriertem  FI oder DC-Fehlerstromsensor (z.B. ABL, ICU)

 FI Typ A EV

 Charakteristik C

 Ladestation mit DC-Fehlerstromsensor (z.B. KEBA P30)

 FI Typ A

 Charakteristik C

 Ladestation mit FI Typ A und DC-Fehlerstromsensor

 Kein FI erforderlich

 Charakteristik C



Schutzart

Falls die Ladestation im Freien installiert und betrieben werden soll, ist die sogenannte Schutzart zu beachten. Die Schutzart gibt die Eignung von elektrischen Betriebsmitteln (zum Beispiel Geräten, Leuchten und Installationsmaterial) für verschiedene Umgebungsbedingungen an, zusätzlich den Schutz von Menschen gegen potentielle Gefährdung bei deren Benutzung. Eine Ladestation ohne Schutzart darf nicht im Freien betrieben werden.


Für die Codierung der IP-Codes gibt es verschiedene deutsche und internationale Normen.

  • DIN EN 60529 (VDE 0470-1):2014-09 Schutzarten durch Gehäuse (IP-Code) (IEC 60529:1989 + A1 :1999 + A2:2013); Deutsche Fassung EN 60529:1991 + A1:2000 + A2:2013, früher VDE 0470-1

  • ISO 20653:2013 Straßenfahrzeuge - Schutzarten (IP-Code) - Schutz gegen fremde Objekte, Wasser und Kontakt - Elektrische Ausrüstungen beschreibt den aktuellen Stand für Straßenfahrzeuge mit Erweiterungen der Codierung der Schutzart gegenüber früheren DIN-Normen.


Der IK-Code ist international genormt nach IEC 62262 (entspricht EN 62262, früher EN 50102).


Alle Normen sind gültig, unterscheiden sich jedoch im Änderungsstand und im Detail. Bei der Angabe von IP-Codes ist es für eine eindeutige Codierung notwendig, die Bezugsnorm anzugeben.


Für Ladestationen sind folgende Schutzarten von Bedeutung:

  • IP44: Geschützt gegen feste Fremdkörper mit Durchmesser ≥ 1,0 mm, Geschützt gegen den Zugang mit einem Draht, Schutz gegen allseitiges Spritzwasser
  • IP54: Geschützt gegen Staub in schädigender Menge, vollständiger Schutz gegen Berührung, Schutz gegen allseitiges Spritzwasser
  • IP65: staubdicht, vollständiger Schutz gegen Berührung, Schutz gegen Strahlwasser (Düse) aus beliebigem Winkel
  • IP67: staubdicht, vollständiger Schutz gegen Berührung, Schutz gegen zeitweiliges Untertauchen IK08: Stoßfestigkeit bis 5 J Schlagenergie IK10: Stoßfestigkeit bis 20 J Schlagenergie

Empfehlung: Wir empfehlen für die Verwendung im Außenbereich mindestens die Schutzart IP44.


Was bedeutet Z.E. READY?

Renault hat über die gesetzlichen Vorgaben hinaus eigene Normen definiert. Sie sind unter dem Qualitätssiegel "Z.E. READY" zusammengefasst.


Für alle Renault Elektroautos wird durch den Fahrzeughersteller ein möglicher Gleichfehlerstrom von >6 mA nicht ausgeschlossen. Aus Sicherheits- und Garantiegründen hat Renault deshalb einen eigenen Standard, Z.E. READY, für das Laden von Elektroautos entwickelt.


Das Z.E. READY Zertifikat finden Sie auf allen Ladestationen, die den Vorgaben von Renault entsprechen. Ein geschulter und zertifizierter Elektroinstallateur wird bei der Installation einer Ladestation alle notwendigen technischen Vorkehrungen gemäß der Z.E. READY Zertifizierung treffen.


Die Firma Renault übernimmt bei Verwendung einer nicht-zertifizierten Ladestation keine Garantie.


Empfehlung: Wir empfehlen jedenfalls, alle Arbeiten an der Elektroinstallation von einem konzessionierten Fachbetrieb durchführen zu lassen.


Förderungen

Die Anschaffung einer Ladestation wird in Österreich vom Bund und einzelnen Ländern gefördert. Details siehe jeweilige Förderrichtlinie.


» Bundesförderung: Für Privatpersonen steht, als Bonus zum Kauf von Elektroautos, eine Förderung von 200 Euro für die Anschaffung einer Wallbox (bis 22 Kilowatt) oder eines intelligenten Ladekabels zur Verfügung. 


» Landesförderung Oberösterreich:  Gefördert werden der Ankauf und die Installation von stationären E-Ladestationen, die einen zukünftigen smarten Betrieb ermöglichen und fix installiert werden. Fördersatz Land: 40 % der förderungsfähigen Kosten, max. 600 Euro.


» Landesförderung Steiermark: Ladestellen werden mit 25 % der Anschaffungskosten (abzüglich aller Rabatte, inkl. USt.), max. € 1000 gefördert, wenn gleichzeitig auch ein mehrspuriges Fahrzeug angeschafft und gefördert wird.


» Landesförderung Niederösterreich: Zusätzlich zur Bundesförderung wird eine Förderung des Landes Niederösterreich für die Anschaffung reiner Elektro-PKWs (BEV) gewährt. Bei gleichzeitiger Anschaffung einer Wallbox erhöht sich die Landesförderung für das Elektro-Fahrzeug.


Förderungshöhen:

  • Anschaffung eines Elektro-PKWs – 1000 Euro

  • Anschaffung eines Elektro-PKWs bei gleichzeitigem Kauf und Installation einer Wallbox – 1800 Euro