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Sommerreifen: Darauf kommt’s beim Kauf an  

Wenn die Temperaturen steigen und sich der Frühling gegen den Winter durchsetzt  – der ideale Zeitpunkt, um bei Ihrem Auto die Reifen zu wechseln. Kleiner Tipp: Wenn Sie sich schon jetzt auf die Suche nach den passenden Sommerreifen machen, ersparen Sie sich später nicht nur viel Stress, Sie können derweilen auch schon ein bisschen vom Sommer träumen.  


Quelle: shutterstock.com/Georgii Shipin

Der erste Weg dorthin führt demnach in die Garage, um die vorhandenen Reifen in Augenschein zu nehmen – und hier vor allem die Profiltiefe. Mindestens 1,6 mm sind für Sommerreifen gesetzlich vorgeschrieben. Zahlreiche Experten – etwa von den Autofahrerclubs – raten aber, einen Reifentausch aus Sicherheitsgründen schon bei drei Millimetern ins Auge zu fassen. Je geringer die Profiltiefe, desto länger wird nämlich der Bremsweg und desto höher auch die Gefahr, bei nasser Fahrbahn ins Aquaplaning zu geraten. Sofort getauscht werden sollte natürlich, wenn die Reifen Risse, Beulen oder einen eingefahrenen Nagel aufweisen.  


Einen kurzen Blick sollten Sie in der Folge auch auf das Alter des Reifens werfen. Ablesbar ist dieses an der so genannten DOT-Nummer, die nach dem „Department of Transportation“, dem US-amerikanischen Verkehrsministerium benannt und an der Reifenaußenseite angebracht ist. Die letzten vier Ziffern geben Auskunft über die Kalenderwoche und das Jahr, wann der Reifen hergestellt wurde. So besagt die DOT-Kennzeichnung 1216 beispielsweise, dass der Reifen in der zwölften Kalenderwoche des Jahres 2016 hergestellt wurde. Ab einem Reifenalter von sechs Jahren gehen Sachverständige übrigens davon aus, dass sich die Elastizität des Gummimaterials und damit auch die Bodenhaftung kontinuierlich verschlechtert. Und auch wenn es vonseiten des Gesetzgebers keine Vorschriften bezüglich des Alters von Autoreifen gibt, älter als acht bis zehn Jahre sollten sie nach Möglichkeit nicht sein, rät der deutsche Autofahrerclub ADAC.  


Der richtige Zeitpunkt

Bereits seit 2008 besteht für Österreichs Autofahrer vom 1. November bis 15. April eine Winterausrüstungspflicht. Herrschen winterliche Fahrbedingungen müssen am Fahrzeug Winterreifen montiert sein. Diese spielen ihre Stärken übrigens nicht nur bei Schnee, Matsch und Eis aus, allein die Kälte genügt: Bei Temperaturen unter acht Grad Celsius verhärtet sich die weiche Gummimischung der Sommerreifen, was dann einen längeren Bremsweg, mehr Verschleiß und erhöhten Spritverbrauch zur Folge hat. Umgekehrt kommen bei höheren Temperaturen wiederum die Vorteile von Sommerreifen zum Tragen. Sie bieten im Vergleich zu Winterreifen mehr Haftung, ein besseres Handling und einen kürzeren Bremsweg. Bei hohen Plusgraden und trockenem Asphalt sinkt zudem der Spritverbrauch deutlich im Vergleich zur Winterbereifung. Der Wechsel von Winter- und Sommerreifen ist in diesem Fall aus wirtschaftlichen Gründen und zur Verbesserung der Fahrsicherheit empfehlenswert. „Sobald das Thermometer auch nachts nicht mehr unter acht Grad sinkt, kann also beruhigt gewechselt werden“, rät Christof Horvath vom topprodukte.at Redaktionsteam.  


Ist ein Neukauf nötig, sollte man sich zuerst informieren, welche Reifengröße (bzw. Geschwindigkeitsklasse) benötigt wird und dafür auch zugelassen ist. Informationen dazu finden Sie gewöhnlich in Zulassungsschein bzw. -karte. Beispiel: An der Bezeichnung 205/55R16 91H ist ablesbar, dass die Reifenbreite an ihrer stärksten Stelle 205 Millimeter beträgt. Ferner liegt das Verhältnis von Reifenbreite und Flankenhöhe bei 55 Prozent. R16 bedeutet, dass der Reifen in radialer Bauweise gefertigt wurde und einen Felgendurchmesser von 16 Zoll benötigt. Die Ziffer 91 bezieht sich auf den so genannten Tragfähigkeitsindex, aus dessen tabellarischer Übersicht sich in diesem Fall ein maximaler Lastindex von 615 Kilogramm je Reifen ablesen lässt. Der Geschwindigkeitsindex zeigt für Reifen mit der Kategorie H eine Höchstgeschwindigkeit von 210 km/h an.  


Beim Kauf aufs Reifenlabel achten

Sind die prinzipiellen technischen Voraussetzungen erst einmal geklärt, stehen häufig noch weitere Ausstattungsmerkmale zur Wahl. Dabei lohnt sich in jedem Fall ein Blick auf das seit 2012 verpflichtende EU-Reifenlabel. Anhand dieses Labels werden drei umwelt- und sicherheitsrelevante Eigenschaften eines Reifens auf einen Blick dargestellt. Wie bereits von Haushaltsgeräten bekannt, klassifizieren farbige Skalen (von A bis G) den Rollwiderstand und die Nassbremseigenschaften. Zudem wird die Geräuschentwicklung in drei Klassen eingeteilt und in dB (Dezibel) angegeben.  


Entscheidend für die Fahrsicherheit (und daher beim Kauf auch das wichtigste Kriterium) ist die Haftung des Reifens auf nasser Fahrbahn, wodurch in der Folge der Bremsweg beeinflusst wird. Die Bewertung der Nasshaftung ist in die Klassen A bis G (wobei D und G nicht belegt werden) unterteilt. Als Richtlinie gilt, dass eine Verbesserung um eine Klasse eine Verkürzung des Bremsweges von drei bis sechs Metern bedeutet. Oder anders gesagt: Der Bremsweg kann bei einem Reifen mit der Klasse F um bis zu 30 Prozent länger sein als bei einem Reifen der Klasse A. Bei einem durchschnittlichen Pkw macht das bei 80 km/h immerhin stolze 18 Meter aus.  


Weniger sicherheits- sondern eher kostenrelevant ist die Angabe zum Rollwiderstand eines Reifens. Dieser wirkt sich nämlich direkt auf den Kraftstoffverbrauch aus – je geringer der Widerstand, desto weniger Kraftstoff wird verbraucht. Als Richtlinie gilt hier, dass eine Verbesserung um eine Klasse eine Kraftstoffersparnis von 0,1 Liter bis 0,15 Liter auf 100 Kilometer bedeutet. Achtung: Autos, die nach dem 1. November 2014 erstmals zugelassen wurden, müssen mit einem so genannten Reifendruck-Kontrollsystem (RDKS) ausgestattet sei. Dieses muss auch nach einem Reifenwechsel funktionieren, weswegen man bereits beim Kauf nicht auf den Einbau der entsprechenden Sensoren vergessen darf!  


Reifentests als wertvolle Infoquelle

Eines ist klar: Das EU-Reifenlabel mit den drei Kriterien kann lediglich eine grobe Richtlinie für eine Kaufentscheidung darstellen. Weitere Hilfestellungen bieten die jährlichen Reifentests der europäischen Autofahrerclubs, in denen zahlreiche weitere Produkteigenschaften geprüft und bewertet werden. Übrigens: erst kürzlich wurde vom ÖAMTC der Sommerreifentest 2018 veröffentlicht.


Zusätzlich werden auf topprodukte.at Sommerreifen von 15 Zoll bis 17 Zoll dargestellt. Hier geht’s beispielsweise zur Reifenliste 16 Zoll.    


Tipps: Losfahren & Sprit sparen

  • Nach dem Start sofort losfahren: Den Motor nicht stehend warmlaufen lassen, sondern schonend auf Betriebstemperatur warm fahren.

  • Vorausschauend fahren: Man muss nicht noch extra beschleunigen, wenn man bereits sieht, dass die Ampel in hundert Metern gerade auf Rot schaltet. Rollphasen geschickt ausnutzen.

  • Reisegeschwindigkeit konstant halten: Unnötige Brems- und Beschleunigungsphasen kosten Sprit, Zeit und Geld. Beim Gangwechsel nach Möglichkeit früh hoch und spät runterschalten, um hohe Drehzahlen zu vermeiden.

  • Zusatzverbraucher: Klimaanlagen, Sitzheizungen und Standheizungen sollte man nur dann einschalten, wenn es das Wohlbefinden während der Fahrt wirklich verlangt. 

  • Reifendruck: Den Reifendruck öfters kontrollieren. Zu geringer Druck lässt den Reifen schneller verschleißen und treibt den Spritverbrauch in die Höhe. Zu hoher Druck spart zwar ein wenig Treibstoff, allerdings leidet die Bodenhaftung (Sicherheit!) darunter. 

  • Beladung: Fahrzeug nicht unnötig beladen (Schneeketten im Sommer usw.). Dachträger demontieren, wenn er nicht benötigt wird.

  • Fahrzeug warten: Verschmutzter Luftfilter, alte Zündkerzen oder eine fehlerhafte Elektrik reduzieren die Motorleistung und treiben den Verbrauch in die Höhe. Regelmäßige Services durchführen lassen.  


Mehr Informationen zum Thema Mobilität finden Sie auf klimaaktiv mobil

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Quelle: shutterstock.com/Africa Studio

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