topprodukte.at bei FacebookSocial Media:
Bereiche

Wählen Sie hier zwischen 'Haushalt' und 'Unternehmen' für themenspezifische Seiteninhalte und Produktkategorien

Services
Kontakt

Wünsche, Anregungen, Kritik und Bestellungen von Informationsmaterial:
E-Mail: office@topprodukte.at

zurück zur Übersicht  |  Drucken

Intelligent & sauber: Fahren mit Strom  

Mehr Ladestationen, eine eigene Nummerntafel und staatliche (Ankaufs-)Förderungen – Elektroautos nehmen auch in Österreich Fahrt auf. Doch trotz immer besserer Reichweiten, den immer preisgünstigeren Fahrzeug-Modellen und der schön langsam weichenden Furcht vorm leeren Akku auf der Autobahn ist es noch ein weiter Weg vom angesagten Öko-Hype zum alltäglichen Erscheinungsbild auf Österreichs Straßen.  


Elektroauto hängt an E-Tankstelle
Quelle: shutterstock.com/more images

3.826 neu zugelassene vollelektrische PKWs sind laut Bundesverband Elektromobilität Österreich (BEÖ) 2016 dazu gekommen, und bis Ende Juni dieses Jahres weitere 2.679. Damit sind derzeit also bereits 11.826 E-Autos auf Österreichs Straßen unterwegs. Dass diese Zahl bis Ende des Jahres noch weiter steigen wird, steht außer Frage. Hat die Bundesregierung doch ein 75 Millionen Euro schweres, und im März dieses Jahres gestartetes Paket geschnürt, um der Elektromobilität noch mehr Antrieb zu verschaffen. Überhaupt hat sich die Politik in Sachen Elektromobilität hohe Ziele gesetzt. So soll es in Österreich bis 2020 rund 250.000 E-Autos geben.


Vollelektrisch oder hybrid?

Für die Interessenten recht verwirrend ist dabei mitunter die Klassifizierung der Elektroantriebe, da es hier unterschiedliche technische Ausprägungen gibt. Bei reinen Elektrofahrzeugen (vollelektrisch), gemeinhin auch Battery Electric Vehicle (BEV) genannt, erfolgt der Antrieb des Motors ausschließlich elektrisch. Die Energie wird in einer Lithium-Ionen-Batterie gespeichert und über Ladesäulen nachgeliefert. Im Grunde handelt es sich hierbei also um DAS klassische Elektro-Auto.  


Demgegenüber verfügen die so genannten Range Extended Electric Vehicle (REEV) über ein zusätzliches Aggregat, das die Reichweite des Fahrzeugs erhöht. Die am häufigsten eingesetzte Range Extender-Technologie ist dabei ein Verbrennungsmotor, der einen Generator antreibt, welcher wiederum den Elektromotor des Fahrzeugs mit Strom versorgt. Es kann bzw. muss Strom sowie klassischer Kraftstoff „getankt“ werden. Der Antrieb der Räder erfolgt allerdings ausschließlich durch den Elektromotor.  


Beim Hybridelektrofahrzeug (HEV, Hybrid Electric Vehicle) ist ein externes Aufladen der elektrischen Speichereinrichtung nicht möglich. Sie beziehen ihre Energie ausschließlich durch Rekuperation, also der Energierückgewinnung beim Bremsen. Der Hauptantrieb ist ein Verbrennungsmotor, der bei Bedarf von einem Elektromotor unterstützt wird. Dementsprechend gering ist auch die rein elektrische Reichweite eines solchen Fahrzeugs.  


Und last but not least werden jene Hybrid-Fahrzeuge, deren Batterien zusätzlich über das Stromnetz extern geladen werden können, als Plug-in Hybrid Electric Vehicle (PHEV) bezeichnet. Hier wird dann bei Bedarf ein Verbrennungsmotor dazu geschalten, der für den Antrieb sorgt. Bei letzterem Fahrmodus wird wiederum durch Rekuperation, also Energierückgewinnung, die Batterie geladen.  


Bei all den Vorteilen …

Der größte Vorteil von rein elektrischen Pkw ist freilich ein ökologischer: Während des Betriebs werden kaum Lärm erzeugt und zudem keinerlei Schadstoffe ausgestoßen. Bei Range Extended Electric Vehicle (REEV) ist zwar ein (geringer) Schadstoffausstoß vorhanden, allerdings beträgt dieser nur einen Bruchteil eines konventionellen Antriebs. Aufgrund des Stromangebots in Österreich, mit einem hohen Anteil an erneuerbaren Energien, ist der Schadstoffausstoß auch insgesamt deutlich geringer als bei Fahrzeugen mit Verbrennungskraftmotoren.  


Rein elektrische Fahrzeuge haben zudem den Vorteil, dass die Erhaltungskosten wesentlich geringer sind, als die eines „normalen“ Autos. Da Elektro-Fahrzeuge weniger Verschleißteile benötigen, beträgt die Ersparnis hier rund ein Drittel: Auspuff, Schalldämpfung, Katalysatoren und Partikelfilter werden beispielsweise nicht mehr benötigt und auch der Antriebsstrang wird signifikant weniger beansprucht. Vereinfacht gesagt: Der vollelektrische Antrieb reduziert die mechanische Komplexität des Fahrzeugs drastisch. Zudem wird keine motorbezogene Versicherungssteuer fällig, was den Erhalt des Fahrzeugs ebenfalls enorm vergünstigt.   


… gibt’s auch ein paar Nachteile

Lässt man die staatlichen Förderungen einmal außer Acht, liegen die größten Nachteile sicherlich in den relativ hohen Anschaffungskosten der Fahrzeuge. Allerdings muss man hier anführen, dass beim Kauf keine Normverbrauchsabgabe (NoVA) abgeführt werden muss. Auch ist zu erwarten, dass sich die Preise der Fahrzeuge weiter nach unten bewegen werden, nicht zuletzt auch deswegen, weil auch die Batterien – die einen erheblichen Teil der Fahrzeugkosten ausmachen – immer billiger werden. Durch den massiven Ausbau der Batterie-Produktion sinkt der Preis hier nämlich drastisch. Von 2013 bis 2017 hat sich die Reichweite beim selben Preis bereits verdoppelt.


Diese Batterien wollen aber natürlich auch geladen werden, womit man bei den nach wie vor größten Nachteilen der E-Autos angelangt ist: Die Reichweite und das anschließende „Auftanken“ mit Strom. Während die bekannten Tesla-Modelle heute zwischen 400 und 600 Kilometer mit einer Akku-Ladung zurücklegen können, schaffen es kleinere und günstigere Elektroautos gerade einmal 100 bis 150 Kilometer. Für den täglichen Stadtverkehr mehr als ausreichend, längere Überland- und Urlaubsfahrten sollten aber gut geplant werden. Ohne einen entsprechenden Routenplaner mit E-Tankstellenverzeichnis kann es sehr schnell eng werden. Eine gute Übersicht finden Sie übrigens im E-Tankstellenfinder auf austrian-mobile-power.at oder mittels diverser E-Tankstellen-Apps.


Obwohl sich das E-Tankstellennetz in Österreich nach wie vor im Aufbau befindet, sind die Hauptverkehrsrouten und die größeren Städte schon sehr gut ausgebaut. Zahlreiche Shoppingcenter und Parkhäuser bieten ihren Kunden ebenfalls E-Tankstellen an, manchmal sogar kostenlos. Kleiner Nachteil: Diese sind meist nur während der Öffnungszeiten zugänglich. Recht dünn kann es außerdem in ländlichen Gegenden werden.  


Leichter als man denkt

Ein Elektroauto aufzuladen, ist dann aber leichter als man denkt. Man kann ein E-Fahrzeug unterwegs an einer Ladestation aufladen oder (über Nacht) an der Steckdose im eigenen Haus. Am flottesten lädt die Batterie freilich an den Schnellladestationen die eine Ladeleistung von bis zu 43 kW bieten. Zehn bis 30 Minuten reichen in der Regel für rund 100 Kilometer Fahrt. Übrigens: Die Ladeleistung ist quasi auch vom verwendeten Stecker abhängig, wobei der dreiphasige Stecker Typ 2 in Europa inzwischen am meisten verbreitet ist – auch weil er von der EU-Kommission inzwischen als Standard definiert wurde. Asiatische Autos mit dem Typ 1 können ebenso an Ladesäulen für den Typ 2 angeschlossen werden. Ebenfalls kompatibel ist der Supercharger von Tesla, da es sich lediglich um eine modifizierte Version des Typ 2 handelt. Genauere Informationen dazu halten die jeweiligen Automobilhersteller und die Anbieter von E-Ladeinfrastrukturen bereit. Eine gute Übersicht über die aktuellsten E-Automodelle samt der dazugehörigen Stecker finden Sie zudem in der topprodukte-Liste.     


Mythos Reichweite

Zum Abschluss noch ein paar Anmerkungen zur Reichweite, schließlich ist es ja gerade dieses Thema, das bei elektrisch angetriebenen Autos zuallererst hinterfragt wird. Das Wichtigste gleich vorweg: Keinen großen Glauben sollten Sie hier jener Kilometerangabe schenken, die nach NEFZ („Neuer Europäischer Fahrzyklus“) berechnet wurde.  


NEFZ ist zwar ein genormter aber extrem idealisierter Fahrzyklus, der eigentlich nur dazu da ist, um Fahrzeuge untereinander vergleichen zu können. Mit einem alltäglichen Nutzungsprofil hat er dagegen rein gar nichts gemein. So fließt beispielsweise die Aerodynamik eines Fahrzeugs (es steht beim Test nämlich statisch auf Rollen) ebenso wenig in die Berechnung ein, wie der Betrieb einer Heizung/Klimaanlage (als Zusatzverbraucher) oder eine sportlichere Fahrweise und Geschwindigkeiten über 120 km/h. Das gilt übrigens auch für Autos mit Verbrennungsmotor: Laut einem Test des deutschen ADAC sind die Normangaben für den Treibstoffverbrauch hier um bis zu 25% zu niedrig. Bei einigen Modellen lag der Mehrverbrauch sogar bei über 40%.     


Positiv anzumerken ist, dass die E-Auto-Hersteller sehr oft auch eigene Werte („Reichweite im Alltagsbetrieb“) anführen, die zwar immer noch sehr gut klingen, aber weitaus wirklichkeitsnaher sind. Kleiner Tipp: Achten Sie auf Reichweitenangaben nach dem strengeren US-amerikanischen Zyklus: Dieser ist im Regelfall sehr realistisch. Wie abweichend die Angaben sein können zeigt sich am Beispiel eines BMW i3. Als NEFZ-Reichweite werden 312 Kilometer angegeben, unter „Reichweite im Alltagsbetrieb“ steht „bis zu 200 Kilometer“ und beim US-amerikanischen Zyklus sind es 184 Kilometer.


TIPP: Ankaufsförderungen und Steuerbefreiungen

  • Seit März 2017 gibt es österreichweit Prämien beim Kauf von Elektrofahrzeugen. Die Anschaffung eines Elektroautos oder eines Pkw mit Brennstoffzelle wird mit 4.000 Euro pro Fahrzeug gefördert. Für so genannte Plug-In Hybride gibt es 1.500 Euro. Zusätzlich gibt es in manchen Bundesländern und Gemeinden noch weitere Zuschüsse.

  • Beim Kauf fällt auch keine NoVA an und anschließend wird auch keine jährliche motorbezogene Versicherungssteuer fällig.

  • Für Elektroautos (Achtung: Gilt nur für reine Elektroautos ohne zusätzlichen Verbrennungsmotor!) ist auch der Vorsteuerabzug möglich. Übersteigen die Anschaffungskosten 40.000 Euro (Angemessenheitsgrenze) nicht, steht der Vorsteuerabzug nach den allgemeinen Vorschriften (uneingeschränkt) zu. ·         Betragen die Anschaffungskosten zwischen 40.000 und 80.000 Euro steht der Vorsteuerabzug nach den allgemeinen Vorschriften ebenfalls uneingeschränkt zu. Der Vorsteuerabzug ist allerdings durch eine Eigenverbrauchsbesteuerung insoweit zu neutralisieren, als die tatsächlichen Anschaffungskosten die angemessenen übersteigen.

  • Sind die Anschaffungskosten höher als 80.000 Euro, steht kein Vorsteuerabzug zu.

  • Für die Privatnutzung eines E-Firmenwagens ist bei der Lohnsteuer kein sogenannter Sachbezug hinzuzurechnen.

Quellen: OEAMTC / WKO


zurück zur Übersicht  |  Drucken

Reparaturratgeber

» Hier geht's zum Reparaturratgeber


Quelle: shutterstock.com/Africa Studio



Ratgeber

» Ratgeber zu Lampen, Haushaltsgeräten und TVs

 Newsletter

Sie möchten den topprodukte.at Newsletter direkt in Ihr Postfach bekommen oder haben eine Ausgabe versäumt?

» Hier finden Sie alle Ausgaben des topprodukte.at Newsletter

» Anmeldung unter 
klimaaktiv@energyagency.at.


Kids-Corner

» Mit den Top-Energie-Detektiven die Welt der Energie entdecken!



Tools

 

Schnappen Sie sich stromsparende Haushaltsgeräte und sparen Geld. Mit der ecoGator App finden Sie topprodukte auch mobil!



topprodukte.at Partner: