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Frischluft! Optimieren Sie Ihr Heizen und Lüften

Gut gelüftete und temperierte Wohn- und Arbeitsräume und gleichzeitiges Energiesparen werden oft als Widerspruch wahrgenommen.


Effizientes Lüften und Heizen lassen sich im Sinne des Wohlbefindens und der gleichzeitigen Energie- und Kosteneinsparung jedoch problemlos miteinander verbinden. Durch das Abstimmen von Heizen und Lüften optimieren Sie Ihr Raumklima und vermindern auch die Gefahr von Schimmelbildung erheblich.


Der durchschnittliche Mitteleuropäer hält sich rund 90% des Tages in geschlossenen Räumen auf – umso wichtiger, dass hier das Klima stimmt. Das Heizen macht im durchschnittlichen österreichischen Haushalt immerhin die Hälfte des Energieverbrauches aus. Bereits die Reduktion der Raumtemperatur um nur 1°C erspart schon rund 6% der Heizenergie!


Im täglichen Leben werden pro Person allein durch das Atmen 1 bis 2 Liter Feuchtigkeit an die Raumluft abgegeben. Dazu kommen dann noch Tätigkeiten wie Kochen (0,5-1 Liter) und Duschen (0,5-1 Liter), die die Luftfeuchtigkeit ebenfalls deutlich erhöhen. Wenn diese in Innenräumen dauerhaft über 60% liegt, besteht die Gefahr der Schimmelbildung. Schimmelbildung beeinträchtigt nicht nur die Bausubstanz, sondern stellt vor allem eine Gesundheitsgefährdung dar. Deshalb muss die feuchte Luft nach außen geleitet werden.


Bedingt durch moderne Fenster und Dämmung unterliegt sowohl die Raumtemperatur als auch die Luftfeuchtigkeit geringeren Schwankungen. Früher kam es zu unkontrollierten Wärmeverlusten durch undichte Fenster und Türen, wodurch teilweise auch die feuchte Luft leichter nach außen abgeleitet wurde. Neue Fenster dichten hingegen so gut ab, dass Lüften notwendig wird, damit sich Staub, Feuchtigkeit und Gerüche nicht in den Innenräumen anreichern und so das Wohlbefinden reduzieren und die Gesundheit beeinträchtigen können. Grundsätzlich gilt also: Je besser die Dämmung und je dichter die Fenster, desto mehr muss gelüftet werden. Bei Neubauten kommt außerdem dazu, dass die Restfeuchte im Mauerwerk durch verstärktes Lüften und Heizen entfernt werden muss, bis nach ein bis zwei Jahren die Wände durchgetrocknet sind. Lüften ist auch wichtig, um die Sauerstoffkonzentration in einem Raum ausreichend hoch zu halten – beim Atmen wird Sauerstoff verbraucht und CO2 abgegeben. Durch einen erhöhten CO2-Gehalt entsteht das Gefühl, dass die Luft „verbraucht“ ist. Dies kann mit Müdigkeit und Kopfschmerzen einhergehen.


Mit den folgenden einfachen Tipps fürs Heizen und Lüften können Sie ein optimales Raumklima erreichen:

  • Ganz allgemein gilt: Umso kälter und windiger es draußen ist, desto kürzer kann die Lüftungszeit sein. Feuchte, verbrauchte Luft wird rasch gegen kalte, trockene Außenluft getauscht. Die Frischluft kann, wenn sie sich erwärmt, wieder Feuchtigkeit aus dem Raum aufnehmen und beim nächsten Lüften nach außen transportieren.

  • Um die Luftfeuchtigkeit genau im Auge behalten zu können, kann ein Hygrometer helfen.

  • Es ist wichtig darauf zu achten, dass die Heizkörper nicht durch Möbel oder Vorhänge verdeckt werden, da dies die Wärmeabgabe behindert. Das kann auf Dauer ganz schön teuer werden.

  •  Energie sparen Sie außerdem, wenn Sie ganz genau hinhören: Gluckernde Heizkörper sind Energiefresser. Durch Luft im Heizkörper kann das Wasser nicht optimal zirkulieren und die Wärmeenergie wird nicht optimal übertragen. Entlüften Sie also regelmäßig Ihre Heizung mit einem Heizungs-Entlüftungsschlüssel.

  • Wohnräume sollten alle zwei Stunden gelüftet werden, spätestens jedenfalls dann, wenn Wassertropfen an den Fensterscheiben beobachtbar sind. Dann sollte eine gründliche Lüftung erfolgen. Am effektivsten sind hier Quer- bzw. Stoßlüften. Dabei wird die Luft innerhalb weniger Minuten ausgetauscht, bevor sich Wände und Einrichtungsgegenstände abkühlen und so unnötig Energie und Wärme verloren geht. Beim Querlüften mit vollständig geöffnetem Fenster und der gegenüberliegender Türe reichen 5 Minuten Lüftzeit aus, beim bloßen Stoßlüften sollte man das Fenster bis zu 10 Minuten ganz öffnen. Vor allem in der kälteren Jahreszeit sollte nicht über gekippte Fenster gelüftet werden: Der Luftwechsel dauert um ein vielfaches länger und Mauern und Möbel in der Nähe des Fensters kühlen ab. Bei einem Temperaturunterschied von 20 Grad zwischen der Innen- und der Außentemperatur, gehen so in einer Stunde 0,8 Kilowattstunden verloren. Wenn dabei dann die Heizung an ist, ist der Verlust noch um einiges größer. Diese Energieverluste durch gekippte Fenster können sich pro Saison mit über 100€ auch in der Rechnung spürbar machen. Außerdem können die kalten Mauern in Verbindung mit einer hohen Luftfeuchtigkeit zu Schimmelbildung führen. Und das sogar oft unbemerkt, obwohl man das Gefühl hat sowieso „andauernd zu lüften".

Darüber hinaus helfen folgende Tipps für das Temperaturmanagement unterschiedlicher Räume, das Raumklima zu verbessern und Energie bzw. Kosten zu sparen:


Das Wohnzimmer ist mit 20-23 Grad angenehm temperiert. Sie sollten es untertags bzw. in Ihrer Abwesenheit nicht ganz auskühlen lassen – ein Absenken der Raumtemperatur um 2-3 °C durch eine Zeitschaltung reicht völlig aus. Wenn Sie das ausgekühlte Zimmer abends für wenige Stunden aufzuheizen, wird Ihnen trotzdem kalt sein: Auch die Strahlungswärme der Wände trägt zum Wohlbefinden und zum Raumklima bei.


Im Schlafzimmer reicht meist eine niedrigere Temperatur (16-20 °C) als in den Wohnräumen. Umso wichtiger ist es jedoch morgens und abends, vor allem nach dem Aufstehen, zu lüften, da man auch im Schlaf transpiriert und so Feuchtigkeit abgibt. Ein kühleres Zimmer wirkt sich sogar positiv auf den Schlaf aus, allerdings sollte man die Temperatur nicht unter 16 Grad absinken lassen.


Im Badezimmer mögen es die meisten vor allem morgens etwas wärmer. 20-23 Grad reichen hier meist für das Wohlbefinden aus. Wichtig ist, auch im Badezimmer die Temperatur untertags zu reduzieren. Außerdem sollte stets nach dem Duschen bzw. Baden gelüftet werden, wenn dies die Räumlichkeiten zulassen. Vor allem dann, wenn das Badezimmer nicht gut gelüftet werden kann, sollte Wasser vom Boden und den Wänden möglichst schnell entfernt werden.


In wenig benützten Räumen und am Gang reichen 16-19 Grad aus. Ganz verzichten sollten Sie auch hier nicht auf das Heizen, da die Wände sonst auskühlen, wodurch die Schimmelbildung unterstützt werden kann. Wichtig ist, die Türen zu diesen kühleren Räumen geschlossen zu halten, damit die warme Luft dort bleibt, wo man sie haben will.


Und hier noch ein paar Tipps wie man effektiv die Erhöhung der Luftfeuchtigkeit bei einigen besonders feuchtigkeitsintensiven Tätigkeiten reduzieren kann:


Beim Wäsche-Trocknen sollten Sie darauf achten, sowohl vor dem Aufhängen als auch danach gut zu lüften. Außerdem sollte der Wäscheständer in der Nähe der Heizung aufgestellt werden, da die Wäsche so schneller und hygienischer trocknet. Falls Sie das Trocknen mit einem Wäschetrockner vorziehen, greifen Sie zu einem energieeffizienten Gerät um hohe Energiekosten zu vermeiden.


Beim Kochen zahlt sich ein Deckel auf dem Topf gleich mehrfach aus: es entsteht weniger Kondenswasser, Energie wird gespart und es geht schneller.


In der Küche wird auf Grund der Geruchsbildung ohnehin häufig gelüftet. Es ist jedoch auch in allen anderen Räumen ratsam, Feuchtigkeit und Schadstoffe direkt am Entstehungsort und möglichst unmittelbar durch das Lüften nach außen zu leiten. Falls es im jeweiligen Raum keine Fenster gibt, sollte die feuchte Luft jedenfalls nicht durch kühlere Räume abgeleitet werden, da die Gefahr der Kondenswasser-Bildung besonders hoch ist, wenn warme, feuchte Luft auf kalte Wände nicht bzw. wenig beheizter Räume trifft. Hier besteht erhöhte Schimmelgefahr! Und außerdem: Wer will schon, dass das Schlafzimmer nach dem Abendessen riecht?


klimaaktiv Video zum Thema Komfortlüftungssysteme


 

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Quelle: shutterstock.com/Africa Studio



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