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E-Bikes: Die Elektro-Pedalritter kommen  

E-Bikes haben längst Österreichs Radwege erobert. Sie werden nicht nur immer komfortabler und leistungsstärker, sondern auch immer vielfältiger. Das Angebot reicht inzwischen vom bequemen City-Bike über geländegängige Mountainbikes, Touren- und Trekkingbikes bis hin zum praktischen Faltrad.  


Auf dem Bildausschnitt ist eine Frau zu sehen, die mit einem Elektrofahrrad fährt.
Quelle: shutterstock.com/Microgen

Rund 120.000 E-Fahrräder wanderten 2017 über die Ladentische. Im Vergleich zum Jahr 2016 ist das ein Plus von über 30.000 Stück. E-Bikes liegen also im Trend – und gelten damit längst nicht mehr nur als Hilfe für Radfahrer, die nicht mehr gut ohne Unterstützung fahren könnten. Der boomenden Nachfrage entsprechend, präsentiert sich zwischenzeitlich auch die Auswahl. Egal ob sportlich fürs Gelände oder bequem für den Alltag in der Stadt: Für jeden findet sich mittlerweile das richtige Bike im Angebot.  


Vom E-Bike zum S-Pedelec

Als E-Bikes werden bei uns gemeinhin Fahrräder mit elektromotorischer Tretunterstützung bezeichnet. Das heißt: Ein Elektromotor schaltet sich automatisch ein, wenn man die Pedale tritt und schaltet sich – spätestens bei einer Geschwindigkeit von 25 km/h – automatisch wieder ab. Würde man es ganz genau nehmen, ist die Bezeichnung E-Bike für ein solches Gefährt aber eigentlich falsch: Richtigerweise müsste es Pedelec (Abkürzung für Pedal-Electric-Vehicle) heißen, da der Motor eines „echten“ E-Bikes auch auf Knopfdruck (und ohne dabei in die Pedale zu treten) eingeschalten werden kann. Da aber fast alle hierzulande verkauften Elektrofahrräder Pedelecs sind, und sich der Begriff E-Bike inzwischen als Oberbegriff für alle elektrisch unterstützten Fahrräder eingebürgert hat, soll auf diesem Unterschied jetzt aber nicht weiter herumgeritten werden.      


Sehr wohl einen Unterschied macht es allerdings, wie leistungsfähig der im Pedelec eingesetzte Motor ist – vor allem aus gesetzlicher Sicht. Generell gilt, dass Pedelecs nur dann als nicht-zulassungspflichtige Fahrräder gelten, wenn der Motor nicht stärker als 600 Watt ist und die Pedalunterstützung nur bis 25 km/h erfolgt. Ist die Bauartgeschwindigkeit höher (bis max. 45 km/h) und die Leistung mehr als 600 Watt, muss das E-Bike als Moped angemeldet werden, mit all den rechtlichen Folgen: Haftpflichtversicherung, Helmpflicht (Motorrad-, kein Fahrradhelm!) sowie ein vorhandener Führerschein sind unbedingte Voraussetzungen. Das so genannte S-Pedelec muss dann auch wie ein Moped (Kennzeichen, Blinker, Verbandszeug usw.) ausgestattet sein. Zudem darf es (auch mit ausgeschaltetem Motor) nicht auf Radwegen genutzt werden, da es ja rechtlich als Kfz gilt.  


Vorne, hinten oder doch in der Mitte?

Abgesehen von allerlei Sensoren, sind es vor allem die drei Hauptkomponenten, die ein Pedelec von einem gewöhnlichen Fahrrad unterscheiden: Der Motor, der Akku sowie eine intelligente Steuereinheit, die all diese elektronischen Teile miteinander verbindet. Zusammen bilden sie dann das „Herz“ eines jeden E-Bikes: den Antrieb. Je nach Hersteller und Modell kann dieser unterschiedlich aufgebaut sein, wobei die Frage nach der „besten Antriebsform“ nicht pauschal beantwortet werden kann – es gibt kein „gut“ oder „schlecht“. Das hängt immer von den jeweiligen Anforderungen ab.  


„Ein sehr wichtiger Aspekt beim Kauf eines neuen E-Bikes ist beispielsweise die Positionierung des Motors“, weiß klimaaktiv mobil Experte Willy Raimund zu berichten. Und hier gibt es aktuell drei verschiedene Varianten: Der Motor kann am Vorderrad, in der Mitte (im Bereich des Tretlagers) oder am Hinterrad angebracht sein. Als beliebtestes System gilt inzwischen der Mittelmotor. Der Antriebsblock (meist samt Akku) ist nahe am Schwerpunkt des Rades montiert, wodurch die Fahreigenschaften nicht grob beeinträchtigt werden was in der Folge zu einem sehr angenehmen Fahrgefühl führt. Nachteil dieser Konstruktion: Der Mittelmotor ist die aufwändigste Variante mit relativ hohen Produktionskosten. Darum werden Räder mit Mittelmotor auch hauptsächlich im mittlerem bis hohem Preissegment angeboten.  


Vorwiegend im untersten Preissegment angesiedelt ist dagegen der Vorderradantrieb. Hier ist der Elektromotor – wie der Name des Systems schon verrät – in der Nabe des Vorderrads untergebracht. Technisch gesehen ist der Vorderradantrieb die simpelste Variante und zudem mit jeder Art von Gangschaltung kompatibel. Allerdings ist das Fahrverhalten eines solchen E-Bikes sehr gewöhnungsbedürftig, da es für Radfahrer eher ungewohnt ist, dass das Vorderrad beschleunigt. Bei losem Untergrund (Schotter usw.) kann es zudem leichter wegrutschen bzw. wird die Lenkung durch das Gewicht nachteilig beeinflusst.  


Und last but not least ist der Hinterradnabenmotor sehr oft in sportlichen E-Bikes zu finden. Da hier der größte Teil des Gewichts auf das Hinterrad verlagert wird, hat das eine gute Bodenhaftung zur Folge – was wiederum eine sportliche Fahrweise zulässt und gerade am Berg und bei Nässe von Vorteil ist. Die Verkabelung des Motors ist jedoch um einiges aufwendiger als bei den anderen Varianten und es werden fast nur Pedelecs mit Kettenschaltung angeboten.  


„Alles in allem bietet jede Antriebsvariante spezifische Vor- und Nachteile. Letztendlich ist es also eine Frage des persönlichen Geschmacks, für welche Motorvariante man sich entscheidet. Ratsam ist es, mit unterschiedlichen Modellen eine ausführliche Proberunde zu drehen und sich erst dann zu entscheiden“, fasst topprodukte.at Expertin Karin Hauer alle wesentlichen Aspekte zusammen.  


Intelligenz trifft Kraftpaket

Anlässlich dieser Proberunde kann man sich dann auch gleich von der „Intelligenz“ der verbauten Steuereinheit überzeugen. Unabhängig von der Art des Antriebs kommt es nämlich vor allem auf die Steuerung des Motors an. Sensoren erfassen nicht nur Geschwindigkeit, Beschleunigung oder Drehzahl, sondern registrieren beispielsweise auch, ob in die Pedale getreten wird. Auf Basis dieser Informationen regelt die Steuereinheit dann die Stromzufuhr an den Motor. Viele billige Pedelecs erkennen über einen so genannten Drehsensor nur, ob getreten wird oder nicht. Dadurch erfolgt keine gleichmäßige Trittunterstützung, sondern eher ein ruckartiger Schub. Werden intelligentere Kraft- bzw. Drehmomentsensoren verbaut, messen diese auch die individuelle Kraft, die vom Fahrer auf die Pedale gebracht wird. Die motorische Unterstützung wird dann genau dieser Kraft entsprechend angepasst. Statt Turbo-Beschleunigung gibt’s einen angenehmen, wohldosierten Schub. Generell gilt: Je genauer und schneller die Sensorik des E-Bikes auf die Tretbewegungen reagiert, desto weniger Verzögerung hat der Antrieb und umso angenehmer und harmonischer fährt sich das Pedelec.  


Das teuerste Bauteil am Elektrofahrrad ist übrigens weder der Motor noch die Steuerung, sondern der Akku. Wurden in der Vergangenheit schwere Blei- oder Nickel-Cadmium-Akkus eingesetzt, ist die Entwicklung der Akkutechnologie inzwischen weit fortgeschritten. Die modernen Akkus arbeiten heute auf Lithium-Basis. Lithium-Ionen-Akkus und Lithium-Polymer-Akkus haben (derzeit) den höchsten Energieinhalt bezogen auf das Gewicht. Ein drei Kilogramm schwerer Lithium-Ionen-Akku enthält etwa 0,4 Kilowattstunden, was 400 Wh (Wattstunden) Energie entspricht. Einige Hersteller bieten inzwischen aber auch schon Akkus mit Kapazitäten von über 600 Wattstunden an – bei gleichbleibendem Gewicht versteht sich.  


Reichweite, Ladevorgang & Lebensdauer

Der Akku ist natürlich auch der grundlegende Faktor bei der Berechnung der Reichweite eines Pedelecs: Je größer der Wh-Wert, desto weiter kann man fahren. Allerdings muss man hier beachten, dass die Reichweite nicht nur von der Akkukapazität, sondern auch von zahlreichen weiteren Faktoren abhängt. Das kann sowohl die Umgebung (Steigungen, Straßenbelag, Temperatur usw.), als auch das Gewicht und die Kleidung (Stichwort: Aerodynamik) des Fahrers sein. Bei den aktuellen E-Bike-Modellen kann man realistisch gesehen von einer Reichweite zwischen 40 und 140 Kilometern ausgehen. Der zuvor genannte 400 Wh-Akku sollte damit für etwa 60 bis 80 Kilometer reichen. Ziemlich unrealistisch (und damit wenig hilfreich) sind hier leider die Reichweitenangaben der Hersteller – diese Werte werden nämlich nur sehr selten (und wenn dann nur unter den idealsten Bedingungen) erreicht.  


Beim Kauf eines Akkus sollte übrigens nicht nur auf die Leistung geachtet werden, nicht weniger interessant sind auch die vorgesehenen Ladezyklen. Im Schnitt sind das zwischen 500 bis 700. Wird der Akku täglich leergefahren (z.B. beim Pendeln zur Arbeit), kommt man auf rund 200 Ladezyklen pro Jahr. Freizeitfahrer, die den Akku ein- bis zweimal pro Woche während der Radsaison aufladen, kommen auf ca. 50 Ladezyklen pro Jahr. Das heißt allerdings nicht, dass der Akku dann zehn Jahre (oder mehr) hält. Allein durch die Alterung verliert er nämlich an Kapazität. Insgesamt kann man aber von einer Nutzungsdauer zwischen fünf und sieben Jahren ausgehen. Da ein Akku ca. 500 bis 800 Euro kostet, kann man also sagen, dass sich der Akkuverschleiß mit etwa 100 bis 150 Euro pro Jahr zu Buche schlägt.  


Deutlich entspannter als beispielsweise beim Elektroauto kann man beim E-Bike das Thema „Laden“ sehen. Die Lithium-Ionen-Akkus können nämlich nicht nur an den diversen öffentlichen Bike-Ladestationen, sondern auch mit dem Ladegerät aufgeladen werden, welches mit dem Elektrofahrrad mitgeliefert wird. In vielen Fällen ist der Akku zudem abnehmbar, was den Vorteil hat, dass man ihn einfach mitnehmen und unabhängig vom Rad laden kann.  


City- oder Transportbike?

Nebst all den technischen Überlegungen, sollten bei der Kaufentscheidung natürlich auch Gedanken zur vorwiegenden Nutzung des E-Bikes im Vordergrund stehen. Denn selbstverständlich können City-Bikes auch längere Touren gefahren werden, wenn diese aber mit Gepäck über mehrere Tage geht, ist die Verzweiflung so gut wie vorprogrammiert. Umgekehrt ist ein bequem gefedertes und stabiles Tourenrad mit großem Akku sicher ebenso eine gute Wahl – muss man es dann allerdings jeden Tag in den Keller tragen, wird’s schnell unlustig.  


Von praktischen Cityrädern über starke Tourenräder, leichte Sporträder, geländegängigen Mountainbikes, Transporträder, Falt- und Liegeräder bis hin zu Tandems reicht das reichhaltige Programm. Oder anders gesagt: Jeder Topf findet inzwischen seinen passenden E-Bike-Deckel. Sogar all jene, die ein Bike mit flexiblem Kofferraum suchen. Der Stauraum eines Lasten E-Bike kann nämlich unglaublich vielfältig eingesetzt werden. Egal ob Getränkekisten, Koffer, schwere Einkäufe oder sogar Kinder – es wird einfach so umgestaltet, wie man es gerade braucht.  


Fakt ist und bleibt aber: Für welchen speziellen Bike-Typ man sich schlussendlich entscheidet, hängt ganz allein vom geplanten Anwendungsgebiet ab. Kann man sich allerdings so gar nicht entscheiden, ein kleiner Tipp zum Schluss. Würde man die Vorteile aller E-Bike Typen auf einen Kompromiss bringen wollen, wäre das Ergebnis vermutlich ein Trekking-Bike. Es ist etwas sportlicher ausgelegt als das City-Bike, aber etwas komfortabler als das Mountainbike. Dadurch ist es bestens geeignet, um längere Touren zu unternehmen, den täglichen Arbeitsweg zurückzulegen oder mal eben in den Supermarkt zu fahren.  


Bis zu 500 Euro Förderung für Betriebe und Gemeinden

Sehr umfangreiche Förderungen für E-Bikes bietet klimaaktiv mobil: Mehr Infos hier


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Quelle: shutterstock.com/Africa Studio

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